Auto-Industrie beschäftigt so wenige Menschen wie vor 20 Jahren

Datum14.08.2026 08:59

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie deutsche Autoindustrie verzeichnet den größten Stellenabbau seit 2005. Ende Juni waren nur noch 691.500 Menschen beschäftigt, was einem Rückgang von 5,8 % entspricht. Dies betrifft insbesondere Zulieferer. Trotzdem bleibt die Branche die zweitgrößte nach dem Maschinenbau, der ebenfalls unter Druck steht. Andere Industriezweige verzeichnen ebenfalls Beschäftigungsrückgänge, jedoch weniger stark als die Automobilindustrie.

InhaltDie Autoindustrie gilt als Flaggschiff der deutschen Wirtschaft, aber jetzt schwächelt sie: Die Zahl der Beschäftigten in dem Sektor ist unter die Marke von 700.000 gefallen. In anderen Branchen sieht es kaum besser aus. Deutschlands Automobilindustrie hat in den vergangenen Jahren massiv Stellen abgebaut: Ende Juni waren 691.500 Menschen bei Autoherstellern und Zulieferern beschäftigt. Das waren so wenige wie nie seit 2005, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Allein von Juli 2025 bis Juni 2026 fielen demnach 42.300 Stellen weg. Dennoch ist die Autoindustrie gemessen an der Beschäftigtenzahl nach wie vor die zweitgrößte Industriebranche hierzulande – nach dem Maschinenbau mit 905.900 Beschäftigten. Dieser ist allerdings ebenfalls unter Druck. Besonders stark von der Krise betroffen sind viele Zulieferbetriebe. Im Zulieferbereich der Herstellung von Teilen und Zubehör für Kraftwagen betrug der Beschäftigtenrückgang 7,6 Prozent auf zuletzt 219.500. Allerdings betrifft der Rückgang nicht alle Zulieferer gleichermaßen. In der kleineren Zulieferbranche der Herstellung von Karosserien, Aufbauten und Anhängern stieg die Zahl der Beschäftigten um zehn Prozent. Allerdings sind dort insgesamt nur 42.800 Menschen tätig. Der Rückgang der Beschäftigten war in der Autoindustrie so hoch wie in keiner anderen großen Industriebranche, so das Statistikamt. Demnach wurden hier binnen der zwölf Monate bis Ende Juni 5,8 Prozent der Jobs abgebaut. Im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt betrug der Rückgang 2,7 Prozent. Das entspricht einem Minus von 144.100 Jobs auf noch 5,29 Millionen Beschäftigte. In der Herstellung von Metallerzeugnissen etwa ging die Beschäftigtenzahl um 3,8 Prozent zurück auf 471.700, in der chemischen Industrie um 3,6 Prozent auf 312.000 und in der Herstellung elektrischer Ausrüstung um 3,4 Prozent auf 374.500. Im Maschinenbau sank die Zahl der Beschäftigten binnen eines Jahres um 2,7 Prozent, in der Kunststoffindustrie um 2,2 Prozent. Berücksichtigt in der Statistik sind Betriebe mit 50 Beschäftigten und mehr.