USS Abraham Lincoln: US-Militär weist Berichte über Missstände auf Flugzeugträger zurück

Datum14.08.2026 08:26

Quellewww.zeit.de

TLDRDas US-Militär weist Berichte über Missstände auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln zurück. Centcom bezeichnete Berichte über Tote und angespannte Stimmung als Falschmeldung. Kein Besatzungsmitglied sei ums Leben gekommen, ein über Bord gegangener Matrose wurde gerettet. Iranische Medien hatten sieben Todesfälle und Gewaltausbrüche gemeldet. Senator Blumenthal forderte Aufklärung über Versorgungsprobleme und psychische Gesundheit. Ein weiterer Flugzeugträger, die USS George Washington, ist auf dem Weg in den Nahen Osten.

InhaltDas US-Kommando Centcom spricht von Falschberichterstattung über den Zustand der "USS Abraham Lincoln". Zuvor hatte es Berichte über Tote auf dem Flugzeugträger gegeben. Das US-Militär hat Berichte über Missstände an Bord des im Nahen Osten eingesetzten Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln zurückgewiesen. Der Flugzeugträger verzeichne mit 84,4 Prozent eine der höchsten Wiederverpflichtungsraten in der US Navy, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Die Rate gibt an, wie viele Soldatinnen und Soldaten nach Ablauf ihrer Vertragszeit freiwillig im Militär bleiben. Die Matrosen und Marines an Bord seien auch nach mehr als 260 Tagen auf See widerstandsfähig und entschlossen, teilte Centcom mit. Anders als in Medienberichten dargestellt, sei kein Besatzungsmitglied auf dem Flugzeugträger ums Leben gekommen. Ein Matrose, der am 3. August über Bord gegangen sei, habe schnell und sicher geborgen werden können. Centcom sprach in dem Zusammenhang von Falschberichterstattung. Zuvor hatten iranische Medien berichtet, bei gewaltsamen Auseinandersetzungen an Bord des Flugzeugträgers seien sieben Menschen getötet worden. Außerdem sei die Stimmung unter der Besatzung angespannt. Der Senator des Bundesstaats Connecticut, Richard Blumenthal, hatte die US-Regierung unterdessen auf X aufgefordert, darzulegen, was sie zur Unterstützung der Streitkräfte an Bord unternehme. "Weitverbreitete Berichte über Versorgungsengpässe, Probleme bei den Sanitäranlagen, eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit und mehr erfordern sofortiges Handeln", schrieb er. Fehlende Seife und verstopfte Toiletten seien demnach noch die geringsten Probleme. In einer offiziellen Anfrage hieß es, bei den Soldatinnen und Soldaten sei eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit festzustellen. Zudem seien "Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Außendecks" geäußert worden. Auch der Postverkehr funktioniere offenbar nicht zuverlässig. Viele an das Schiff adressierte Versorgungspakete seien über Monate auf dem Transportweg verloren gegangen. Der Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, forderte unterdessen auf X die sofortige Entlassung von Verteidigungsminister Pete Hegseth. Bei dessen Nominierung habe jeder gewusst, dass er völlig inkompetent sei, schreibt Schumer. "Jetzt zahlen unsere tapferen Matrosen dafür auf schreckliche und unfassbare Weise den Preis." Unterdessen ist ein weiterer US-Flugzeugträger auf dem Weg in den Nahen Osten. Die USS George Washington verließ nach Angaben der US-Marine in der vergangenen Woche den Hafen der vietnamesischen Stadt Da Nang. Seitdem wurde der Flugzeugträger gemeinsam mit einem Kreuzer und einem Zerstörer bei der Durchfahrt durch die Straße von Singapur gesichtet. Ein Vertreter der US-Marine bestätigte der Nachrichtenagentur AP, dass sich die "USS George Washington" in der Straße von Malakka befand. Die Meerenge verbindet den Pazifischen mit dem Indischen Ozean.