Kim Cattrall wird 70

Datum14.08.2026 05:04

Quellewww.spiegel.de

TLDRKim Cattrall feiert ihren 70. Geburtstag. Berühmt geworden durch "Sex and the City", hat sie die Rolle der Samantha Jones, trotz eines kurzen Auftritts in "And Just Like That...", hinter sich gelassen. Ursprünglich hatte sie die Rolle abgelehnt und später Unzufriedenheit über Gehaltsunterschiede und den Verlust der Rolle als Last geäußert. Cattrall, die sich dem Theater zuwendet, kritisiert die Marginalisierung von Frauen über 40 in Hollywood.

InhaltDie Erfolgsserie "Sex and the City" machte Kim Cattrall zum Star, aber das hatte nicht nur positive Folgen. Jetzt wird Cattrall 70 Jahre alt – und hat Samantha Jones längst hinter sich gelassen. Und dann war Samantha Jones doch noch dabei. Obwohl Kim Cattrall eine Wiederaufnahme ihrer Rolle aus der Erfolgsserie "Sex and the City" zuvor mehrfach abgelehnt hatte, tauchte sie in der Nachfolgeserie "And Just Like That..." dann doch auf – wenn auch nur in ganz kurzen Einblendungen per Anruf und Textnachricht. Eigentlich aber hat Cattrall, die am Freitag (21. August) ihren 70. Geburtstag feiert, Samantha Jones längst hinter sich gelassen. "Ich habe ›Sex and the City‹ geliebt und bin mit meiner Rolle der Samantha Jones über das Ziel hinausgegangen", sagte die Schauspielerin einmal dem britischen "Guardian". "Es war in so vielerlei Hinsicht ein Segen, aber nach dem zweiten Film hatte ich genug." Die Kultserie lief in den USA zwischen 1998 und 2004, dazu kamen zwei Kinofilme und ab 2021 drei Staffeln der Nachfolgeserie "And Just Like That..." . Neben Cattrall wurden auch die drei anderen Hauptdarstellerinnen Sarah Jessica Parker, Kristin Davis und Cynthia Nixon damit weltberühmt. Schon lange aber wurde spekuliert, dass Parker, Davis und Nixon hinter den Kulissen völlig zerstritten mit Cattrall gewesen seien. Cattrall habe sich darüber geärgert, dass Parker als Hauptstar der Serie für die beiden Spielfilme deutlich mehr Geld bekommen sollte als die drei anderen Hauptdarstellerinnen. "Ich fand das mit dem Geld einfach Mist." Klatschblätter machten daraus einen Fall von extremer Stutenbissigkeit. "Aber darum ging es nicht, es ging darum, für etwas zu kämpfen, von dem ich glaubte, dass wir es alle haben sollten." Parker hat persönliche Differenzen immer zurückgewiesen. "Es stimmt nicht, dass ich sie nicht mögen würde. Das habe ich nie gesagt und würde ich nie", schrieb sie einmal bei Instagram. "Wir haben sie so geliebt." Cattrall versucht sich inzwischen, nur noch diplomatisch zu dem Ganzen zu äußern. "Ich bin gefeiert worden, ich bin geschwächt worden, ich war Freundin und ich bin verraten worden", sagte sie jüngst der Zeitschrift "Grazia". "Im Zuge von all dem versucht man den Frieden in sich selbst zu finden." Geboren wurde die mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Schauspielerin in Liverpool in Großbritannien. Die Mutter war Sekretärin, der Vater Ingenieur. Noch als Cattrall ein Baby war, wanderte die Familie nach Kanada aus. Schon mit elf Jahren nahm Cattrall Schauspielunterricht und bekam früh erste Rollen. Das Theater liege ihr immer noch am meisten, sagt Cattrall – mit Hollywood habe sie dagegen weitgehend abgeschlossen. "Wenn man eine Schauspielerin über 40 ist, ist man da doch tot. Die Marginalisierung von Frauen in Hollywood ist angsterregend, für mich gibt es dort keinen Platz mehr. Es macht mich sauer, aber ich finde andere Dinge, die mich mehr erfüllen." Die Rolle der Samantha Jones hatte Cattrall eigentlich gar nicht annehmen wollen. Dreimal sagte sie den Produzenten von "Sex and the City" ab. "Ich wusste nicht, ob die Rolle sich entwickeln oder ein zweidimensionaler Witz bleiben würde." Dann überzeugte sie der Freund des Serien-Erfinders Darren Star doch noch. "Im allerletzten Moment. Sie hatten schon eine andere angeheuert, die sie dann ausbezahlen mussten." Die Berühmtheit, die mit der Serie kam, sei aber auch zur Last geworden, sagt Cattrall. Viele Männer hätten wohl das Gefühl, es brauche großen Mut, um mit ihr auszugehen, sagt die Schauspielerin, die drei geschiedene Ehen hinter sich hat. Immer wieder müsse sie betonen, dass sie nicht die dominante, selbstbewusste und experimentierfreudige Samantha Jones sei. "Es gibt da diesen Ausdruck, den die Menschen in die Augen bekommen, wenn ich mit ihnen spreche. Sie sehen mich dann nicht, und ich weiß, das ist, weil gerade ein Film in ihrem Kopf abläuft." Sie wolle als jemand in Erinnerung bleiben, der unterhalte und ehrlich sei, sagt Cattrall. "Meinen Lebensunterhalt erwerbe ich damit, dass ich etwas vorspiele, also ist es schön, wenn man im echten Leben ehrlich ist." Wirklich ehrgeizig sei sie nie gewesen. "Ich hatte den Wunsch, einen Beruf zu haben – und es hat alle meine Erwartungen übertroffen."