USA vollstrecken drei Todesurteile an einem Tag in Tennessee, Oklahoma und Alabama

Datum14.08.2026 02:52

Quellewww.spiegel.de

TLDRDrei Todesurteile wurden an einem Tag in Tennessee, Oklahoma und Alabama vollstreckt, was seit 2010 nicht mehr vorgekommen ist. Die Exekutionen von Anthony Hines, Carlos Cuesta-Rodriguez und Jeremy Williams unterstreichen einen Anstieg der Hinrichtungen, der der Rhetorik von Präsident Trump entspricht. Während Medien dies als Zufall bezeichnen, zeigen die Zahlen eine deutliche Tendenz. 23 US-Staaten haben die Todesstrafe abgeschafft.

InhaltUnter der Trump-Regierung sind US-Bundesstaaten angehalten, verurteilte Mörder hinzurichten. Und viele folgen dieser Direktive eifrig: Zuletzt gleich dreimal binnen 24 Stunden. In den USA sind am Donnerstag zwei verurteilte Mörder hingerichtet worden, eine dritte für den gleichen Tag angesetzte Exekution stand zunächst noch aus. In Nashville im US-Bundesstaat Tennessee wurde der 66 Jahre alte Anthony Hines mit einer Giftspritze hingerichtet, weil er im Jahr 1985 ein Zimmermädchen getötet hatte, wie Strafvollzugsbehörde mitteilte. Im Bundesstaat Oklahoma wurde der Staatsanwaltschaft zufolge der 70 Jahre alte Carlos Cuesta-Rodriguez für den Mord an seiner Lebensgefährtin im Jahr 2003 hingerichtet. Zwischen beiden Volstreckungen lagen laut US-Medien gerade einmal rund 30 Minuten. Hines' Hinrichtung in Tennessee war die erste in dem südlichen Bundesstaat, seit im Mai der Versuch gescheitert war, das Todesurteil im Fall eines anderen Häftlings zu vollstrecken. Damals wurde die Hinrichtung abgebrochen, weil keine geeignete Vene gefunden werden konnte. Im Bundesstaat Alabama war schließlich für Donnerstag noch die Hinrichtung des 42 Jahre alten Jeremy Williams durch eine Giftspritze angesetzt. Er wurde wegen der Vergewaltigung und Ermordung eines fünf Jahre altes Mädchens verurteilt. Das Todesurteil wurde in der deutschen Nacht auf Freitag vollstreckt. Williams hatte die Fünfjährige missbraucht und erwürgt. Vorher hatte er der Mutter des Kindes 2500 US-Dollar gegeben, damit diese die Misshandlung zulässt. Die Mutter verbüßt deswegen derzeit eine Haftstrafe von 20 Jahren. Drei Hinrichtungen an einem einzigen Tag hat es laut dem US-Informationszentrums zur Todesstrafe seit 2010 nicht mehr gegeben. US-Medien sprechen zwar von einem Zufall. Zugleich ist die Ballung ein Indiz für den Anstieg bei den Hinrichtungen im Land – so wie es Präsident Donald Trump wiederholt gefordert hatte. In diesem Jahr wurde bereits 21 Menschen in US-Gefängnissen hingerichtet, allein zwölf davon im Bundesstaat Florida. 23 der 50 US-Bundesstaaten haben die Todesstrafe abgeschafft, in drei weiteren gilt ein Moratorium.