Datum14.08.2026 01:30
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Deutsche Bauernverband erwartet aufgrund von Hitze und Trockenheit erhebliche Ernteausfälle bei Getreide, Raps, Kartoffeln und Zuckerrüben. Besonders in Süddeutschland drohen totale Ertragsausfälle. Zudem fehlen Futterbestände, was zu vorzeitigen Keulungen zwingt. Der Verband fordert steuerfreie Rücklagen, höhere EU-Düngemittelhilfen und eine Senkung der Dieselsteuern. Die Landwirtschaft passt sich bereits an den Klimawandel an.
InhaltHitze und Trockenheit bedrohen laut dem Bauernverband die Ernte von Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben. Je nach Region sei auch ein "totaler Ertragsausfall" möglich. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit erwartet der Deutsche Bauernverband in diesem Jahr deutliche Ernteeinbußen. "Wir gehen von einer unterdurchschnittlichen Ernte bei Getreide, hier insbesondere beim Weizen, und bei Raps aus", sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Auch für Herbstkulturen wie Kartoffeln, Gemüse, Zuckerrüben oder Körnermais sei die Prognose besorgniserregend. "In südlichen Teilen Deutschlands könnte das bis zum totalen Ertragsausfall gehen", sagte Rukwied. Etwas besser ist es demnach in nördlichen Regionen, wo es immer wieder etwas geregnet hat. Dort sähen die Bestände noch akzeptabel aus. In der Tendenz werde es aber auch da unterdurchschnittliche Ernten geben. "Was insgesamt und vor allem in Süddeutschland gerade ein Problem wird, ist, dass kein Futter mehr nachwächst", sagte der Verbandspräsident. Die anhaltende Hitze und Trockenheit haben in mehreren Bundesländern die Futterbestände einbrechen lassen und haben Landwirte vereinzelt bereits gezwungen, Tiere früher als geplant schlachten zu lassen. "Die ökonomische Situation der Landwirtschaft ist brutal angespannt", sagte Rukwied. Er forderte unter anderem steuerfreie Risikoausgleichsrücklage für Landwirte, eine Erhöhung der EU-Düngemittelbeihilfe sowie das Vorziehen der Auszahlung von 80 Prozent der EU-Direkthilfen an die Bauern auf Oktober, sagte er dem Sender Phoenix. "Dritte Sofortmaßnahme wäre, die Steuern auf Diesel deutlich zu senken bis mindestens Ende November." Die Landwirtschaft stelle sich bereits seit vielen Jahren unter anderem mit vielfältigeren Fruchtfolgen und wasserschonenden Verfahren auf die Klimaveränderungen ein, sagte Rukwied. Es seien vor allem hitzetolerantere und widerstandsfähigere Sorten beim Anbau nötig. Verfolgen Sie alle Entwicklungen zur Hitze in unserem Liveblog.