Datum14.08.2026 01:12
Quellewww.zeit.de
TLDRLinkenpolitiker kritisieren die angebliche Nähe zwischen der AfD und dem BSW in Thüringen. Bodo Ramelow und Bernd Riexinger äußern sich irritiert über Sahra Wagenknechts Aussagen und die Annäherungsversuche von AfD-Politiker Björn Höcke. Obwohl Wagenknecht eine Ministerpräsidentenwahl durch die AfD ablehnte, sehen Kritiker eine politische Gratwanderung. Der BSW-Landesverband Thüringen wies Höckes Angebot entschieden zurück. Die Linken warnen vor einer Zusammenarbeit mit dem BSW.
InhaltObwohl Sahra Wagenknecht eine Wahl zur Ministerpräsidentin durch die AfD ablehnt, gibt Bodo Ramelow sich irritiert über die BSW-Chefin. Auch Bernd Riexinger übt Kritik. Der Linkenpolitiker Bodo Ramelow hat dem Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke und der BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht politische Nähe vorgeworfen. "Herr Höcke hat Frau Wagenknecht wörtlich genommen und die Einladung ausgesprochen, die Frau Wagenknecht in Sachsen-Anhalt an die AfD formuliert hat. Das passt zusammen. Mehr will ich kopfschüttelnd dazu nicht sagen", sagte Ramelow dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Ramelow reagierte damit auf Höckes Vorstoß, die BSW-Gründerin mithilfe der AfD zur Ministerpräsidentin des Freistaates zu wählen. In einem Video, das er bei X postete, sagte er an Wagenknecht gerichtet: "Ich reiche Ihnen die Hand. Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen." Wagenknecht hatte ihrerseits zuletzt signalisiert, dass ihre Partei nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt einem AfD-Ministerpräsidenten zur Macht verhelfen könnte. Wagenknecht hatte das Angebot abgelehnt und es als "weder ehrlich noch seriös" bezeichnet. Zugleich gab sie dem Chef des als rechtsextrem eingestuften AfD-Landesverbands in seiner Bewertung der Thüringer Landesregierung recht: "Richtig ist, dass Mario Voigt als Ministerpräsident das Vertrauen verloren hat und das BSW Thüringen ihm die Unterstützung entziehen muss." Auch Katja Wolf, Chefin des Thüringer BSW-Landesverbands, schlug das Angebot aus. "Eine Unterstützung des rechten Kulturkampfes und der völkischen Ideen, die die AfD propagiert, lehne ich aus tiefster persönlicher Überzeugung entschieden ab", teilte Wolf auf Anfrage der ZEIT mit. "Das vergiftete Angebot des Herrn Höcke werden wir sicherlich nicht annehmen." Der frühere Linkenvorsitzende Bernd Riexinger sagte dem RND unterdessen: "Der Schachzug von Höcke dient dazu, Wagenknecht und das BSW vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Spiel zu halten." Er fügte hinzu: "Das Beste wäre, das BSW käme gar nicht in den Landtag. Denn wer mit dem Feuer spielt, der sollte kein Benzin bekommen." Wageknecht warf er "moralischen und politischen Zerfall" vor. In Thüringen regiert seit Dezember 2024 eine Koalition aus CDU, SPD und BSW. Das BSW und die AfD haben mit zusammen 47 von 88 Sitzen im Erfurter Landtag jedoch eine hypothetische Mehrheit.