Datum14.08.2026 00:54
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas Kuratorium des Kennedy Centers stimmt dafür, Donald Trumps Namen wieder an die Fassade zu bringen, obwohl ein Gericht die vorherige Umbenennung verbot. Statt einer offiziellen Umbenennung soll der Name als Hinweis auf eine geplante Restaurierung angebracht werden. Dies ist ein Versuch, Trumps Wunsch trotz juristischer Hürden zu erfüllen. Das Zentrum soll außerdem für Renovierungsarbeiten geschlossen werden.
InhaltDie Posse um das Kennedy Center in Washington geht in die nächste Runde: Donald Trump besteht weiter darauf, dass sein Name das Kulturzentrum ziert. Ein Gericht lehnte das ab – nun will das Zentrum zu einem Trick greifen. US-Präsident Donald Trump bekommt im Streit über die Anbringung seines Namens an der Fassade der berühmten Kulturinstitution Kennedy Center in Washington Rückenwind vom Kuratorium. Mehrere US-Medien berichteten, dass das Gremium der Institution, dem Trump selbst vorsitzt, dafür gestimmt habe, dass der Schriftzug zurückkehren soll – allerdings anders als zuvor. Die Abstimmung erfolgte, obwohl ein Gericht die vorherige Umbenennung verboten und verfügt hatte, dass Trumps Name abmontiert werden muss – was auch passierte. Ob das Gremium mit seinem Plan nun Erfolg haben wird, ist offen. Mehreren Medien zufolge muss ein Gericht dies überprüfen und genehmigen. Mehr zum Personenkult um den Präsidenten: Dollarmünzen, Nationalparkpässe, überlebensgroße Banner – Donald Trump lässt sein Konterfei an allen möglichen Stellen verewigen. Dahinter steckt nicht nur Eitelkeit . Im Dezember 2025 war das Kennedy Center in Trump Kennedy Center umbenannt worden, nachdem Trump kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 die Einrichtung unter seine Kontrolle gebracht und einen Kampf gegen "anti-amerikanische Propaganda" in der Kulturwelt angekündigt hatte. Er entließ mehrere Mitglieder des Kuratoriums und übernahm den Vorsitz. Die Umbenennung führte zu großem Protest. Künstler sagten Auftritte ab. Ein Richter in der US-Hauptstadt hatte im Mai die Entfernung des Namens Trump dann damit begründet, dass der Kongress einst dem Kennedy Center seinen Namen gegeben habe. Folglich dürfe auch nur das US-Parlament diesen ändern. Dagegen legte das Kennedy Center Berufung ein, die in der Hauptsache noch nicht entschieden ist. Das Gremium könnte laut "New York Times" mit der Abstimmung über einen Umweg versuchen, Trumps Name schlussendlich doch wieder ans Gebäude zu bringen: Dieser soll demnach nicht als offizielle Umbenennung des Kennedy Centers, sondern als Zusatzhinweis auf seine geplante Restaurierung und Renovierung an die Fassade montiert werden. Nach dem Willen des Gremiums soll der Zusatz "Restauriert und renoviert von Präsident Donald J. Trump" angebracht werden, wie neben der "New York Times" auch der Sender NPR berichtete . Ein konkreter Zeitpunkt für eine Montage wurde in den Medienberichten nicht genannt. Im Kennedy Center am Potomac-Fluss werden traditionell alle Genres von Theater, Tanz und Musik gezeigt. Das Haus wurde nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy (1917-1963) benannt. Außerdem stimmte das Gremium dafür, dass die Kultureinrichtung für zweijährige Renovierungsarbeiten geschlossen werden soll. Laut dem Sender NPR sei ein Großteil des Gebäudekomplexes von der geplanten Schließung betroffen. So soll ein eingeschränktes Veranstaltungsprogramm möglich sein. Eigentlich wollte Trump das Kulturhaus bereits im Juli schließen lassen, damit Renovierungsarbeiten erfolgen können. Doch der Richter hatte die Schließung vorläufig gestoppt, weil nach seiner Ansicht eine sorgfältige und ergebnisoffene Prüfung für die Entscheidung zur Schließung fehlte. Die Instandsetzungen dürfen aber fortgesetzt werden. Das Gericht hinderte die Entscheider auch nicht grundsätzlich daran, die Einrichtung vorübergehend zu schließen. Es bedürfe aber einer ordnungsgemäßen Prüfung. Ein gigantischer Triumphbogen, ein Golfplatz, ein Heldenpark – der US-Präsident verewigt sich im Stadtbild von Washington. Das neue Antlitz der Hauptstadt wirkt kaum mehr republikanisch .