Schweden: Tesla soll Streikenden Geld gegeben haben, damit sie aufhören

Datum13.08.2026 21:00

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie schwedische Gewerkschaft IF Metall beendet ihren dreijährigen Arbeitskampf gegen Tesla. Grund sei, dass Tesla streikende Gewerkschaftsmitglieder mit Geld abgefunden habe, um diese zum Ende des Streiks zu bewegen. Dies sei eine laut IF Metall beispiellose Methode auf dem schwedischen Arbeitsmarkt. Tesla lehnt Tarifverhandlungen grundsätzlich ab.

InhaltIn einem drei Jahre währenden Arbeitskampf wollte eine schwedische Gewerkschaft Tesla in einen Tarifvertrag zwingen. Jetzt gibt die Organisation auf – angeblich möchte niemand mehr streiken. Die schwedische Gewerkschaft IF Metall hat das Ende ihres drei Jahre währenden Arbeitskampfes gegen den E-Auto-Hersteller Tesla bekannt gegeben. Hintergrund sei, dass der Konzern alle streikenden Gewerkschaftsmitglieder im Unternehmen abgefunden habe, hieß es in einer Mitteilung. "Das bedeutet, dass der Konflikt keine Auswirkungen mehr hat." Zum 19. August würden sämtliche Streikmaßnahmen eingestellt. Wie viele Personen abgefunden wurden und wie viel Geld diese erhielten, wurde nicht mitgeteilt. Tesla betreibt in Schweden zwar keine Produktionsstätte, Elektroautos des Unternehmens werden jedoch in dem Land gewartet. Der Streik hatte im Oktober 2023 begonnen, als Tesla-Mechaniker die Arbeit niederlegten, um Tarifverträge mit dem Unternehmen zu erzwingen. "Wir können daraus schließen, dass Tesla Tarifverträge so vehement ablehnt, dass das Unternehmen lieber Gewerkschaftsmitglieder ausbezahlt, als ihnen sichere Arbeitsbedingungen zu bieten", hieß es in der Stellungnahme von IF Metall weiter. Das Vorgehen des Unternehmens sei beispiellos auf dem schwedischen Arbeitsmarkt. "Sie haben Methoden angewendet, die in Schweden seit den 1930er-Jahren verboten sind", wird Gewerkschaftssprecher Simon Petersson zitiert. Auf eine Reuters-Anfrage um Stellungnahme reagierte Tesla bis zum Donnerstagabend nicht. Das Unternehmen lehnt Tarifverhandlungen grundsätzlich ab und behauptet, dass seine Beschäftigten mindestens genauso gute, wenn nicht sogar bessere Arbeitsbedingungen genießen als die von IF Metall geforderten. Darüber hinaus gibt es gegen Tesla immer wieder Vorwürfe, hart gegen Gewerkschaften vorzugehen. So ficht derzeit die IG Metall das Ergebnis der Betriebsratswahl im Tesla-Werk im brandenburgischen Grünheide an. Es habe zahlreiche Einschüchterungsversuche sowie eine ungleiche Behandlung der einzelnen Listen und Kandidaten gegeben, hieß es zur Begründung.