Datum13.08.2026 19:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDer MDR ist Ziel einer russisch gesteuerten Desinformationskampagne namens "Matrjoschka". Gefälschte Videos und Texte, teils mit KI erstellt und mit MDR-Logos versehen, diffamieren Politiker und zielen auf die Beeinflussung der öffentlichen Meinung vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ab. Diese Kampagne reiht sich in hybride russische Bedrohungen ein und soll die Gesellschaft spalten. Der MDR betont seine Verpflichtung zu faktenbasierter Berichterstattung und verweist für verlässliche Informationen auf seine offiziellen Kanäle.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Desinformation“. Lesen Sie jetzt „MDR warnt vor gefälschten Videos und Desinformationskampagne“. Gefälschte Videos mit MDR-Logo und erfundene Vorwürfe gegen Politiker: Der Mitteldeutsche Rundfunk ist nach eigenen Angaben selbst Ziel einer mutmaßlich aus Russland gesteuerten Desinformationskampagne geworden. Wie die Landesrundfunkanstalt unter Berufung auf Sicherheitsbehörden mitteilte, soll die Kampagne unter anderem darauf abzielen, die öffentliche Meinungsbildung vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu beeinflussen. Wie der MDR mitteilte, umfasst ein dem Sender vorliegender Datensatz seit dem 24. Juli insgesamt 338 Beiträge. In mehreren Fällen sei dabei der MDR als vermeintlicher Absender missbraucht worden. Die Beiträge würden der als "Matrjoschka" bekannten Desinformationskampagne zugerechnet. In gefälschten Videos werden demnach unter anderem Landes- und Kommunalpolitikern frei erfundene schwere Straftaten vorgeworfen. Viele Beiträge seien mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt worden, hieß es. Um glaubwürdig zu wirken, würden Logos und Titelseiten bekannter Medienmarken wie "Tagesschau" und "Spiegel" verwendet. Solche Kampagnen gibt es schon länger. Nach Angaben des Auswärtigen Amts von vor einigen Tagen reihen sie sich in die hybride Bedrohung durch Russland ein. Dahinter stehe ein ganzes Desinformationssystem staatlicher und nicht staatlicher Akteure. Kurzfristig würden alle Anlässe genutzt, um die Gesellschaft in Deutschland zu spalten und zu polarisieren. MDR-Chefredakteurin Christin Bohmann sagte: "Die Fälschung journalistischer Marken und die Verbreitung von Desinformation sind Angriffe auf die Glaubwürdigkeit freier Medien." Der MDR stehe für verlässliche, faktenbasierte und unabhängige Berichterstattung und werde daran festhalten. Für Nutzer können solche Fälschungen schwer von echten Nachrichten zu unterscheiden sein. Der MDR weist darauf hin, dass geprüfte und zuverlässige Beiträge des Senders auf der eigenen Internetseite sowie auf den offiziellen Social-Media-Kanälen zu finden sind. © dpa-infocom, dpa:260813-930-526368/1