Datum13.08.2026 18:37
Quellewww.zeit.de
TLDREine für schwarze Jugendliche geplante Exklusivveranstaltung im "Volksbad" vor der Berliner Volksbühne wurde abgesagt. Der Veranstalter, der rassismuskritische Verein Eoto, begründete dies mit Sicherheitsbedenken und einer rassistischen Hetze nach medialer Berichterstattung. Drohungen und Diskriminierung hätten ein Klima geschaffen, das die Sicherheit der Teilnehmenden gefährde. Die Volksbühne unterstützt Eoto weiterhin und plant zukünftige positive Maßnahmen für benachteiligte Gruppen.
InhaltVor der Berliner Volksbühne steht aktuell ein Schwimmbad – das "Volksbad". Eine dort für Freitag geplante Veranstaltung eines rassismuskritischen Vereins wurde abgesagt. Das Berliner Theater Volksbühne und der rassismuskritische Verein Each One Teach One (Eoto) haben eine ursprünglich für Freitagnachmittag vorgesehene Veranstaltung aufgrund von Sicherheitsbedenken abgesagt. Geplant war, das "Volksbad" – ein temporär vor der Volksbühne aufgebautes Schwimmbecken – einige Stunden lang nur für schwarze Menschen zu öffnen, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Der Verein teilte auf seiner Webseite mit, man könne weder eine sichere An- und Abreise der angemeldeten Besucher noch einen schönen Feriennachmittag garantieren. Aufgrund polemischer Berichterstattung sei "ein Klima entstanden, in dem wir nicht mehr darauf vertrauen können, dass es eine positive Erfahrung für die jungen Menschen wird und dass die physische und psychische Sicherheit der Kinder und Jugendlichen im Volksbad gewährleistet werden kann – auch nicht durch Sicherheitskräfte und Polizei", hieß es in der Mitteilung. Seit Beginn der öffentlichen Diskussion erhalte der Verein rassistische Drohmails, Gewaltandrohungen sowie diskriminierende Kommentare auf Social Media. "Wir können daher nicht ausschließen, dass die Kinder und Jugendlichen an dem Tag weiteren Gefahren ausgesetzt wären", schrieb Eoto. Die Volksbühne sprach von rechter und rassistischer Hetze. Eoto ist im Bereich der Rassismusprävention tätig und setzt sich für das Empowerment schwarzer Menschen ein. Der Verein ist einer der Träger des Black Communities Center in Berlin-Wedding, das in diesem Jahr eröffnet wurde. Nach medialer Berichterstattung hatte unter anderem die AfD die geplante Veranstaltung kritisiert. Parteichefin Alice Weidel sprach von "Apartheid" und forderte, Fördermittel zu streichen. Auch eine junge Berliner CDU-Kommunalpolitikerin äußerte Unverständnis und sprach von einem diskriminierenden Gefühl, weil sie als Weiße nicht ins Freibad dürfe. Die exklusive Nutzung des "Volksbads" durch Vereine und Organisationen ist jedoch Teil des Konzepts. Seit dem 7. August und noch bis Anfang Oktober steht das fünf Meter lange und 130 Zentimeter tiefe Becken vor der Volksbühne, der Eintritt ist kostenlos. An einigen Tagen ist es allerdings für bestimmte Vereine reserviert – am Freitag war eine solche Exklusivnutzung von Eoto geplant gewesen. Nach Angaben des Vereins war dessen Kinder- und Jugendabteilung hierfür von der Berliner Volksbühne eingeladen worden. "Wir werden selbstverständlich weiterhin positive Maßnahmen für strukturell benachteiligte Menschen anbieten", teilte der Intendant der Berliner Volksbühne, Matthias Lilienthal, mit. Auch die Zusammenarbeit mit dem Verein Eoto werde fortgesetzt. Allerdings habe der Schutz von Gästen, Partnern und Mitarbeitern oberste Priorität, sagte er mit Blick auf die Absage der Veranstaltung.