Datum13.08.2026 17:15
Quellewww.zeit.de
TLDREin Foto von AfD-Kandidat Ulrich Siegmund mit Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Egeln nach einem Einsatz sorgt für Debatte. Bürgermeister Michael Stöhr kritisiert das Verhalten scharf und fordert politische Neutralität von Einsatzkräften. Der Ortswehrleiter verteidigt die Feuerwehrleute und betont ihre Unparteilichkeit. Siegmunds Wahlkampftour und seine Präsenz in den sozialen Medien stehen im Fokus.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wahlkampf“. Lesen Sie jetzt „Feuerwehr-Foto mit AfD-Kandidat Siegmund sorgt für Debatte“. Aufnahmen von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Egeln mit dem AfD-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, haben eine Debatte ausgelöst. Nach einem Einsatz hatten sich mehrere ehrenamtliche Einsatzkräfte am Freitag in der Kleinstadt südlich von Magdeburg mit Siegmund fotografieren und filmen lassen. Die Aufnahmen zeigen, wie Siegmund den Feuerwehrmännern die Hände schüttelt und ihnen dankt. Am Ende posiert der 35-Jährige mit ihnen für ein Gruppenfoto vor dem Einsatzwagen. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Michael Stöhr, reagierte mit deutlicher Kritik und kündigte Konsequenzen an. Die Bilder hätten ihn fassungslos gemacht, schrieb er in einem Beitrag bei Facebook. "Als Verbandsgemeindebürgermeister und Dienstherr der Freiwilligen Feuerwehr stelle ich ausdrücklich klar, dass ein solches Verhalten von Mitgliedern unserer Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz nicht hingenommen werden kann." Einsatzkräfte hätten sich politisch neutral zu verhalten, wenn sie als solche erkennbar seien. Die Bevölkerung müsse sich darauf verlassen können, dass die Feuerwehr unabhängig von der politischen Einstellung, Religion oder Herkunft Hilfe leiste. Stöhrs Reaktion stieß in den sozialen Medien auf großen Widerspruch. Ortswehrleiter Michael Brommer nahm die Ehrenamtlichen in Schutz. Die Kameraden hätten sich nach ihrem Einsatz nur ein Eis holen wollen, sagte er der "Volksstimme". Siegmund habe sie gesehen und sei auf sie zugekommen, während er selbst im Fahrzeug sitzen geblieben sei. "Das war keine böse Absicht. Die Freiwillige Feuerwehr Egeln ist nicht parteiisch. Wir helfen jedem Menschen." Siegmund hatte auf seiner Wahlkampftour am Freitag Egeln besucht. Bei seiner Kampagne für die Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt setzt der 35-Jährige auf eine starke Präsenz in den sozialen Medien. Regelmäßig postet Siegmund in seinen Kanälen Fotos und Videos, die ihn im Kontakt mit der Bevölkerung zeigen. Für Diskussionen hatte bereits ein Video gesorgt, das an einem Infostand der Bundeswehr entstand. © dpa-infocom, dpa:260813-930-525958/1