US-Botschafter Huckabee nennt Siedlergewalt im Westjordanland »Terrorakt«

Datum13.08.2026 17:22

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Botschafter Mike Huckabee bezeichnete die Blockade palästinensischer Häuser im Westjordanland durch israelische Siedler als "Terrorakt". Er verurteilte das gewaltsame Vorgehen als "widerlich" und forderte die Entfernung der Radikalen. Die USA riefen Israel zur Intervention auf. Die Gewalt von Siedlern gegen Palästinenser im Westjordanland nimmt zu, und oft werden die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen. Das palästinensische Außenministerium kritisiert die mangelnde Durchsetzung von Gesetzen durch die israelische Regierung.

InhaltTagelang hatten Siedler das Zuhause einer Familie im Westjordanland blockiert. Sonst eher unkritisch eingestellt, findet der US-Botschafter Huckabee jetzt scharfe Worte. Seit Tagen belagern israelische Siedler Häuser von Palästinensern im Westjordanland. Seit Sonntag blockieren sie im Dorf Qusra nahe der palästinensischen Stadt Nablus palästinensische Häuser, darunter eines im Besitz eines Mannes, der auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt. Nun hat der als sehr proisraelisch geltende US-Botschafter Mike Huckabee die Siedler scharf kritisiert. Er nannte die Siedler in Qusra in einem Post auf der Plattform X  "israelische Terroristen". Er schrieb: "Die Handlungen derjenigen, die diesen schrecklichen Terrorakt verübt haben, der darauf abzielte, diese Familie einzuschüchtern und zu schikanieren, sind widerlich." Es gebe keine Entschuldigung für "ein solch brutales, rüpelhaftes Verhalten". Die USA hätten Israels Militär und Polizei aufgefordert, die radikalen Siedler aus Qusra zu entfernen. Bewohner berichteten, sie seien von Lebensmitteln und anderen Versorgungsgütern abgeschnitten. "Bisher konnte niemand Lebensmittel und Vorräte zu uns bringen, weil das Gebiet von der Armee völlig abgeriegelt ist", sagte eine Bewohnerin der Nachrichtenagentur AFP. "Die Siedler sind in den umliegenden Gebieten auf dem angrenzenden Hügel verteilt." Die israelischen Streitkräfte teilten mit, in der Nacht seien in dem Gebiet "zwei illegale Außenposten" geräumt und Ausrüstung beschlagnahmt worden. Ein Israeli sei festgenommen worden. In den vergangenen Jahren hat die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland zugenommen. Dem israelischen Militär wird immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen solche Angriffe vorzugehen. Nur selten wird darüber berichtet, dass Siedler nach Attacken zur Rechenschaft gezogen werden. Das palästinensische Außenministerium erklärte, die Eskalation von "Siedler-Terrorismus" sei eine direkte Folge des Schutzes, des politischen Rückhalts und einer vollständigen Straffreiheit, die Regierung und Militär gewährten. Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ostjerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat. Israel lehnt dies ab. Jeden Tag stirbt die Zweistaatenlösung ein Stück mehr: Während die Welt auf den Irankrieg schaut, eskaliert die Gewalt im Westjordanland. Doch es sind nicht nur radikale Siedler, die Fakten schaffen. Mehr dazu lesen Sie hier .