Datum13.08.2026 16:31
Quellewww.spiegel.de
TLDRUm den Mangel an Fluglotsen in den USA zu beheben, hat die Regierung gezielt Gamer rekrutiert. Über 2000 wurden bereits eingestellt, weitere warten auf der Liste. Während einige diese innovative Methode loben, äußern andere Sicherheitsbedenken und bezweifeln, ob Gaming-Fähigkeiten ausreichen, um die hohen Anforderungen des Berufs zu erfüllen. Die tatsächliche Erfolgsquote der Neulinge im Training ist noch unklar.
InhaltDen USA fehlen Fluglotsen. Um die Lücke zu füllen, hat der US-Verkehrsminister eine Kampagne gestartet, mit der 2000 Gamer für den Beruf gewonnen wurden. Doch es gibt Sicherheitsbedenken. Im April hatte US-Verkehrsminister Sean Duffy eine Anwerbekampagne gestartet, um freie Stellen von Fluglotsen zu besetzen. Im ganzen Land fehlten sie. Per Werbung auf YouTube sollten speziell Gamer angesprochen werden: Sie könnten ihre Xboxen und Playstations gegen Radarbildschirme eintauschen. "Dafür hast du trainiert", heißt es in dem Spot. "Werde Fluglotse. Das ist kein Spiel. Das ist ein Beruf." "Um die nächste Generation von Fluglotsen zu erreichen, müssen wir uns anpassen", sagte Duffy damals der "New York Times". Indem man sich an Gamer wende, erreiche man laut Duffy eine wachsende Zielgruppe junger Erwachsener, die über viele der fachlichen Kompetenzen verfügten, die man als erfolgreicher Fluglotse benötige. Mittlerweile hat Duffys unorthodoxe Herangehensweise offenbar Früchte getragen. Er hat mitgeteilt, dass die Federal Aviation Administration über 2000 Gamer als Fluglotsen eingestellt habe, ebenso viele seien auf der Warteliste. Die Reaktionen fallen geteilt aus, wie etwa der Independent berichtet. Viele feiern die Trump-Regierung für die neue Methode, etliche haben jedoch Sicherheitsbedenken. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. "Nur ein Problem: Wenn sie es vermasseln, sterben Menschen", antwortete jemand auf den X-Post von Duffy. "Die können nicht einfach ein neues Spiel starten." "Toller Gedanke", kommentierte ein anderer. "Aber: Man muss dafür sorgen, dass eine Kultur des verantwortungsvollen Schlafens entsteht. Man will schließlich nicht, dass Flugzeuge vom Himmel fallen, wenn GTA 6 erscheint oder eine neue WoW-Erweiterung herauskommt." Ein weiterer User, der sagt, er habe selbst in dem Berufsfeld gearbeitet, schrieb, dass es völlig egal wäre, wie viele Menschen eingestellt würden: "Es geht darum, wie viele es tatsächlich schaffen, eine Zertifizierung für ihre Einrichtungen zu erhalten. Das ist eine sehr schwierige Aufgabe." Die Federal Aviation Administration begründete den Schritt im April als moderne Rekrutierungsmaßnahme: "Da nur etwa 25 Prozent der Fluglotsen über einen klassischen Hochschulabschluss verfügen, zielt diese Initiative darauf ab, talentierte junge Menschen anzusprechen, die alternative Karrierewege einschlagen. Viele von ihnen sind in der Gaming-Branche aktiv." Gespräche mit scheidenden Fluglotsen hätten gezeigt, dass viele ihre Reaktionsgeschwindigkeit und ihren Fokus durchs Gaming bekommen hätten. Doch Kritiker überzeugt das nicht vollständig. Michael O’Donnell, Luft- und Raumfahrtberater sowie ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter der Aviation Administration, mahnte schon beim Bewerbungsaufruf zur Vorsicht. "Wenn man jemanden einstellt, der über Erfahrung im Gaming-Bereich verfügt, bringt er bereits bestimmte Fähigkeiten mit. Das ersetzt jedoch weder Begabung noch Disziplin oder die Fähigkeit, unter Druck Entscheidungen zu treffen." Wie viele der neu eingestellten Fluglotsen am Ende also ihr Training bestehen, bleibt abzuwarten.