Kinder als Opfer: Weniger Fälle von Kindeswohlgefährdung in Schleswig-Holstein

Datum13.08.2026 16:21

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Schleswig-Holstein wurden 2025 mit 2.481 Fällen weniger Kindeswohlgefährdungen registriert als im Vorjahr (2.721). Bundesweit stieg die Zahl jedoch um 10 Prozent auf rund 79.800 Fälle. Der Kinderschutzbund betont, dass die Zahlen nur das "Hellfeld" abbilden und die Dunkelziffer höher ist. Es wird dringend mehr Personal, Prävention, Aufklärung und eine bessere Ausstattung der Jugendämter gefordert, um Kinder und Jugendliche umfassend zu schützen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kinder als Opfer“. Lesen Sie jetzt „Weniger Fälle von Kindeswohlgefährdung in Schleswig-Holstein“. In Schleswig-Holstein sind im vergangenen Jahr weniger Kindeswohlgefährdungen festgestellt worden als 2024. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts stellten die Jugendämter 2.481 Fälle fest, wie der Kinderschutzbund mitteilte. 2024 seien es 2.721 Fälle gewesen. 2019, vor der Corona-Pandemie habe die Zahl der Kindeswohlgefärdungen noch bei 1.527 Fällen gelegen. Bundesweit waren es demnach 2025 rund 79.800 Fälle, das ist ein Plus von etwa 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.  "Hinter jeder Zahl steht das Leid eines Kindes oder Jugendlichen. Das dürfen wir nie vergessen", teilte die Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes, Sophia Schiebe, mit. Die Zahlen in Schleswig-Holstein seien kein Grund zur Entwarnung, denn sie bildeten nur das Hellfeld ab. "Die Dunkelziffer liegt deutlich höher", so Schiebe. Viele Kinder und Jugendliche litten im Verborgenen, ohne dass ihre Not jemals sichtbar werde oder in einer Statistik auftauche.  Schiebe forderte Verlässlichkeit und Kontinuität für den Kinderschutz. "Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor körperlicher, sexueller und seelischer Gewalt sowie vor Vernachlässigung muss entschlossen gestärkt werden." Gebraucht würden flächendeckende Angebote für betroffene Kinder und Jugendliche - auch im ländlichen Raum -, akute Krisenintervention ohne Wartezeit, mehr Prävention und Aufklärung und eine bessere Ausstattung der Jugendämter. © dpa-infocom, dpa:260813-930-525587/1