Datum13.08.2026 14:32
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Hitzewelle fordert auch in Rheinland-Pfalz Todesopfer, stellt das Bestattungswesen jedoch laut Fachverband vor keine größeren Kapazitätsprobleme. Anders als in anderen Regionen gibt es keine Engpässe bei Kühlmöglichkeiten. Schwierigkeiten bestehen vor allem bei der Organisation von Sterbefällen durch Verzögerungen bei Freigaben und unklare Zuständigkeiten. Der Verband ist durch eine bundesweite Kapazitätenliste und Notfallteams gut für Krisen gerüstet, Zusatzkosten für Angehörige entstehen jedoch durch Verzögerungen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Mehr Sterbefälle“. Lesen Sie jetzt „Hitze bringt auch Bestattungswesen ins Schwitzen“. Die aktuelle Hitzewelle fordert auch in Rheinland-Pfalz Todesopfer - sie stellt das Bestattungswesen nach Angaben des Fachverbands aber vor keine größeren Kapazitätsprobleme. Anders als etwa in einzelnen Regionen in Nordrhein-Westfalen gebe es keine vergleichbaren Engpässe zum Beispiel bei Kühlmöglichkeiten für Gestorbene, teilte Geschäftsführer Christian Jäger mit. Dies gelte für alle vier Bezirksverbände des Bundeslandes. Von der Hitze sei jede Region in Rheinland-Pfalz ähnlich stark betroffen. Etwas weniger belastet seien der ländliche Raum und die Höhenlagen, hieß es. Gerade bei hohen Temperaturen können Kühlkapazitäten in kommunalen Einrichtungen, Kliniken und Bestattungsunternehmen knapp werden. Die Bestatter berichten dem Verband zufolge vor allem von Schwierigkeiten bei der Organisation von Sterbefällen. Verzögerungen bei Überführungen und der Versorgung Gestorbener könnten entstehen, wenn notwendige Freigaben oder kommunale Lagerkapazitäten nicht rechtzeitig zur Verfügung stünden. Auch unklare Zuständigkeiten zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft, Kliniken, Gesundheitsämtern und Ordnungsbehörden erschwerten ein schnelles Vorgehen. In Rheinland-Pfalz habe dies aber nicht zu Engpässen geführt. Der Verband sieht sich für künftige Krisen gut gerüstet. Bereits 2020 sei eine bundesweite Kapazitätenliste aufgestellt worden, in der verfügbare Mitarbeiter, Fahrzeuge, Kühlmöglichkeiten, Särge und Leichenhüllen erfasst würden. Die Liste werde laufend aktualisiert und stehe lokalen Krisenstäben zur Verfügung. Zudem gebe es in allen Bundesländern Notfallteams, die bei größeren Schadenslagen das sogenannte Verstorbenenmanagement unterstützen könnten. Allerdings müssten Zusatzkosten für Aufbahrung und Kühlung, die durch Verzögerungen kommunaler Stellen entstehen, die Angehörigen zahlen. In diesem Jahr sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Rheinland-Pfalz bereits etwa 1.600 Menschen wegen Hitze gestorben. Die Zahl umfasst hitzebedingte Sterbefälle bis zum 2. August, wie aus dem aktuellen RKI-Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität hervorgeht. Das sind deutlich mehr als in jedem Jahr seit 2016. In diesem Zeitraum lag die Zahl nie über 1.000. © dpa-infocom, dpa:260813-930-524837/1