Auswilderung: Zwei weitere Luchse streifen durch den Thüringer Wald

Datum13.08.2026 14:18

Quellewww.zeit.de

TLDRZwei weitere Luchsweibchen, "Wangari" und "Lana", wurden nahe Oberhof im Thüringer Wald ausgewildert. Das Projekt, geleitet vom BUND Thüringen, zielt auf die Wiederansiedlung der bedrohten Tierart ab. Mit diesen beiden Tieren sind nun neun Luchse im Rahmen des Projekts freigelassen worden. Die Weibchen, geboren in Belgien und der Schweiz, sind mit Sendern ausgestattet, um ihre Entwicklung zu verfolgen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Etablierung einer stabilen Luchspopulation in der Region.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Auswilderung“. Lesen Sie jetzt „Zwei weitere Luchse streifen durch den Thüringer Wald“. Mit "Wangari" und "Lana" sind zwei weitere Luchse im Thüringer Wald unterwegs. Die beiden Weibchen wurden heute nahe Oberhof ausgewildert, wie der Thüringer Landesverband des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mitteilte. Die Türen des Auswilderungsgeheges öffneten demnach Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) und Thüringens Umweltminister Tilo Kummer (BSW).  Luchse gelten in Deutschland als bedroht und sind streng geschützt. Für das Auswilderungsprojekt arbeitet der BUND Thüringen unter anderem mit dem WWF und anderen Akteuren zusammenarbeitet. Mit den beiden Tieren wurden inzwischen neun Luchse innerhalb des Projekts im Thüringer Wald ausgewildert.  "Der Luchs wurde aus unseren Wäldern verdrängt", sagte Markus Port, Luchsexperte des BUND Thüringen. Dass sie im Thüringer Wald wieder angesiedelt werden könnten, sei das Ergebnis intensiver Naturschutzarbeit und der Zusammenarbeit verschiedener Beteiligter. "Solange die Bestände in Deutschland noch zu klein und voneinander isoliert sind, braucht es gezielte Wiederansiedlungsprojekte wie dieses." Die Weibchen wurden den Angaben nach vor rund einem Jahr geboren - die eine in einem Tierpark in Belgien und das andere Tier in einem Wildnispark in der Schweiz. Die Pinselohren wurden mit einem Halsbandsender versehen, mit dem der jeweilige Standort nachverfolgt werden kann. Dieser soll nach rund einem Jahr automatisch abfallen.  Für den Aufbau einer stabilen Population haben Weibchen demnach eine entscheidende Rolle. Zwar seien sie weniger wanderfreudig als die Männchen. Allerdings seien sie diejenigen, die Reviere besetzen, Nachwuchs aufziehen und dazu beitragen, dass sich die Raubkatzen langfristig in der Region ansiedeln.  "Luchse waren und sind ein Teil unserer Wälder", sagte Kummer. Sie hätten einen wichtigen Platz im Ökosystem. "Wenn wir die bestehenden Populationen vernetzen, schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass die Luchspopulation in Mitteleuropa eigenständig stabil ist", sagte er. Dabei werde die Ausbreitung der Tiere genau verfolgt. © dpa-infocom, dpa:260813-930-524713/1