Berufseinstieg: Junge Menschen arbeiten deutlich häufiger in befristeten Jobs

Datum13.08.2026 11:15

Quellewww.spiegel.de

TLDRJunge Menschen arbeiten deutlich häufiger in befristeten Jobs als der Durchschnitt. 2025 waren 18,3% der 15- bis 25-Jährigen befristet angestellt, meist mit Laufzeiten unter einem Jahr und selten freiwillig. Die Bundesregierung plant eine Reform, die sachgrundlose Befristungen auf vier Jahre verlängert, was die Unsicherheit für Berufseinsteiger potenziell erhöht. Der Anteil befristeter Verträge insgesamt ist rückläufig.

InhaltWeniger als ein Jahr angestellt: Für viele junge Menschen sind Jobs auf Zeit der Normalfall. Die wenigsten entschieden sich freiwillig dafür. Bald könnte sich ihre Unsicherheit noch verlängern. Befristete Arbeitsverträge werden in Deutschland weiterhin vor allem mit jungen Menschen abgeschlossen. In der Altersgruppe zwischen 15 und 25 Jahren waren vergangenes Jahr knapp ein Fünftel (18,3 Prozent) der Erwerbspersonen befristet beschäftigt, wie das Statistische Bundesamt auf Grundlage des Mikrozensus 2025 berichtet. Das ist mehr als dreimal so viel wie bei sämtlichen Beschäftigten mit einem Anteil von sechs Prozent. Insgesamt befinden sich rund 2,2 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in befristeter Beschäftigung. Damit sind die Jobs auf Zeit am deutschen Arbeitsmarkt rückläufig. 2015 hatte ihr Anteil noch sieben Prozent betragen. Laut dem Statistischen Bundesamt arbeiteten 2025 rund 6,4 Millionen Menschen in sogenannten atypischen Beschäftigungsformen wie Befristung, Minijob, kurzer Teilzeit oder Zeitarbeit. Das entsprach wie schon im Vorjahr 17,2 Prozent der Kernerwerbstätigen. Langfristig ist dieser Anteil demnach rückläufig. 2015 waren es noch 20,8 Prozent. Freiwillig geht kaum jemand einen befristeten Job ein. Lediglich 2,7 Prozent der befristet Beschäftigten gaben an, sich bewusst für diese Vertragsform entschieden zu haben. Mehr als die Hälfte der Befristungen hatte zudem eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Besonders weitverbreitet sind Befristungen im Bildungsbereich mit einem Anteil von 11,2 Prozent. Auch im Gastgewerbe gibt es mit 8,8 Prozent mehr Zeitverträge als in der Gesamtwirtschaft. Der Anteil befristet Beschäftigter hängt auch mit deren Bildungsniveau zusammen. So waren 2025 11,6 Prozent der Kernerwerbstätigen ohne beruflichen Abschluss befristet beschäftigt. Unter den Beschäftigten mit hochqualifiziertem Bildungsabschluss, wie etwa einem Meistertitel oder einem Studienabschluss, lag der Anteil bei 6,4 Prozent. Am niedrigsten war der Anteil bei Beschäftigten mit mittlerer Berufsqualifikation: Hier hatten nur vier Prozent einen befristeten Arbeitsvertrag. Mit ihrem großen Reformpaket  will die Bundesregierung bisherige Regelungen zu Beschäftigungsverhältnissen auf Zeit ändern: Sachgrundlos befristete Verträge sollen künftig über einen Zeitraum von vier Jahren möglich sein, doppelt so lange wie vorher. Lesen Sie hier , was sich dadurch für Studierende und Berufseinsteiger ändern könnte.