Supercup gegen Aston Villa: Ein guter Tag für PSG (und den Schiedsrichter, den die USA nicht haben wollten)

Datum13.08.2026 08:39

Quellewww.spiegel.de

TLDRParis Saint-Germain gewann den Uefa-Supercup gegen Aston Villa mit 2:1. Khvicha Kvaratskhelia und Desiré Doué trafen für PSG, während der 17-jährige Brian Madjo für Villa erfolgreich war. Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia leitete die Partie, nachdem ihm die Einreise zur WM verweigert worden war. Aston Villa hatte zuvor juristisch die Spielerlaubnis für Madjo erwirkt.

InhaltParis Saint-Germain gewinnt den Uefa-Supercup – und bereitet Aston Villa dabei mehr Probleme als Omar Artan. Der Schiedsrichter aus Somalia durfte die Partie leiten, nachdem ihm zur WM die Einreise verweigert worden war. Paris Saint-Germain hat den Uefa-Supercup gewonnen und damit die Erfolgsserie der Champions-League-Sieger in dem Wettbewerb fortgesetzt. Die Franzosen schlugen Europa-League-Gewinner Aston Villa in Salzburg 2:1 (1:1). Khvicha Kvaratskhelia (20. Minute) und Desiré Doué (61.) trafen für PSG. Das Tor der Engländer schoss der erst 17 Jahre alte Brian Madjo, um den es zuletzt noch sportpolitisches Gezank gegeben hatte. Einen weitgehend problemlosen Abend erlebte Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia, der nach seiner WM-Ausbootung und der weltweiten Empörung darüber als erster Nicht-Europäer einen Supercup leiten durfte. PSG und Villa zeigten nach einem kurzen Abtasten eine muntere erste Hälfte. Zunächst ließ Kvaratskhelia die Pariser jubeln, als er mit einem satten Rechtsschuss das 1:0 erzielte. Die Engländer hatten den Ball davor nicht aus dem Strafraum klären können. Das wurde von dem Georgier bestraft, der im Halbfinale der Königsklasse in der vergangenen Saison auch gegen den FC Bayern getroffen hatte. Das Premier-League-Team aber ließ sich nicht verunsichern – im Gegenteil: Aston Villa drängte auf den Ausgleich. Immer wieder stand Madjo im Fokus, der zunächst per Kopf (28./41.), Schlenzer (35.) und sattem Schuss (44.) scheiterte. Kurz vor der Pause aber war der Teenager von Gegenspieler Willian Pacho nicht zu stoppen und verwertete eine Flanke per Direktabnahme aus kurzer Distanz. Der Stürmer stellte an dem Sommerabend in Österreich gleich zwei Bestmarken auf: Mit 17 Jahren und sieben Monaten war er der jüngste Profi, der je in einem Supercup in der Startelf stand. Zudem avancierte er zum jüngsten Torschützen in einem Supercup; der bisherige Rekordprofi war Ex-Ajax-Star Patrick Kluivert. Villa hatte erst Anfang August beim Sportgerichtshof CAS die Spielerlaubnis für Madjo erstritten, nachdem ihm die Fifa diese zuvor noch verweigert hatte. Ursache der Komplikation waren die Fifa-Richtlinien zu internationalen Transfers Minderjähriger: Madjo war im Winter für zwölf Millionen Euro Ablöse aus Metz nach Birmingham gewechselt. Der Stürmer war in Luxemburg aufgewachsen und hatte zum Zeitpunkt des Wechsels bereits drei A-Länderspiele für das Großherzogtum bestritten. Die Fifa hatte den Deal deshalb als internationalen Transfer behandelt, Madjo wäre damit erst Anfang 2027 mit Vollendung des 18. Lebensjahres für Villa spielberechtigt gewesen. Weil Madjo allerdings im englischen Enfield geboren wurde und britischer Staatsbürger ist, argumentierte Villa erfolgreich, dass es sich lediglich um die Rückholaktion eines Engländers nach England gehandelt hatte. Auch für die Three Lions, die er auf U17-Niveau bereits als Kapitän angeführt hatte, wäre Madjo noch spielberechtigt, da seine Einsätze für Luxemburg in Freundschaftsspielen kamen. Nach einer Stunde ging PSG wieder in Führung, nachdem ein zunächst wegen Abseits abgepfiffener Treffer von Doué nach VAR-Überprüfung doch von Schiedsrichter Artan anerkannt wurde. Der Unparteiische war vor Anpfiff mehr im Fokus als die Spieler, hatte ihn die Uefa doch nach seiner Einreiseverweigerung bei der WM in den USA für den Supercup nominiert. "Es war eine sehr schwere Zeit", sagte der Referee vor dem Match. Der Uefa war er dankbar. "Als wir diesen Anruf erhielten, war das für meine Familie und mich ein sehr glücklicher Moment", schilderte der 34-Jährige. Während Paris weitgehend alle Stars einsetzte, verzichtete Aston-Villa-Trainer Unai Emery im Duell gegen seinen Ex-Verein auf die WM-Fahrer Ezri Konsa, Ollie Watkins und Emiliano Martínez. Der Ex-Freiburger Johan Manzambi fehlte darüber hinaus angeschlagen. So konnten die Franzosen den achten Sieg nacheinander eines Champions-League-Champions im Supercup feiern.