Datum28.11.2025 16:28
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Stadt Hamburg weitet das Fanggebiet für Nutrias aus und verdoppelt die Fangprämie auf 14 Euro. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Schäden an Uferbefestigungen, Parks und der heimischen Flora und Fauna durch die ursprünglich nicht heimischen Sumpfratten zu bekämpfen. Die Jagd wird nun auch in großen Bezirken wie Altona und Eimsbüttel erlaubt. Grund für die Zunahme der Nutrias sind unerlaubtes Füttern und günstige Lebensbedingungen in städtischen Gebieten.
InhaltSumpfratten finden in Hamburg beste Lebensbedingungen vor, dabei sind sie dort ursprünglich gar nicht heimisch. Weil sie sich immer weiter ausbreiten, fährt die Stadt nun härtere Geschütze auf. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Wer eine Nutria fängt oder tötet, erhält künftig in Hamburg 14 statt bislang nur 7 Euro: Die Stadt verdoppelt die Fangprämie für die Nagetiere. Gleichzeitig werde auch das Jagdgebiet ausgeweitet, teilte die Umweltbehörde mit. Grund für die Maßnahmen seien die Schäden, die in Hamburg durch Nutrias entstehen. Die Nagetiere zerstören oder beschädigen etwa Uferbefestigungen, Böschungen, Grünanlagen, Parks, Friedhöfe und Regenrückhaltebecken. Auch die heimische Pflanzen- und Tierwelt sind teilweise betroffen. Das Vorkommen der Nager beschränke sich nicht mehr auf die wasser- und flächenreichen Bezirke Bergedorf und Harburg, hieß es von der Umweltbehörde weiter. Nutrias seien inzwischen auch an der Wandse und der Kollau sowie an den Fleeten, dem Alsterlauf und der Alster selbst aktiv. Deshalb sei nun die Jagd auch in den großen Bezirken Altona und Eimsbüttel westlich der Alster sowie Wandsbek östlich der Alster und in Hamburg-Nord erlaubt. Bislang konnten die Sumpfratten nur in den südlichen Stadtteilen Bergedorf und Harburg sowie in Mitte gejagt werden. Dafür gibt es mehrere Methoden. Die Tiere können einerseits eingefangen werden, dazu will die Stadt das Fallenprogramm ausweiten. Die Umweltbehörde stellt Fallen zur Verfügung. In den bisherigen Jagdgebieten in Bergedorf und Harburg seien bereits 50 Lebendfallen mit elektronischen Fallenmeldern aufgestellt worden, hieß es von der Behörde. Auch das Erschießen der Tiere ist erlaubt. Die offiziellen Stadtjäger brauchen dafür eine Schießerlaubnis auf Nutrias, müssen dafür aber keine Gebühr mehr bei der Waffenbehörde bezahlen. Generell sollen Bürgerinnen und Bürger sich bei der Behörde melden, wenn sie Nutrias sichten oder Nutria-Schäden bemerken. Gründe für die Zunahme der Sumpfratten sind nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes unerlaubtes Füttern, günstige klimatische Bedingungen und jagdliche Einschränkungen. Besonders in Städten seien Nutrias mittlerweile häufig anzutreffen, oft sogar tagaktiv und mit hohem Vermehrungspotenzial. Die Art steht auf der Liste der gebietsfremden, invasiven Arten Europas.