Datum13.08.2026 04:33
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Sternschnuppenstrom der Perseiden erreichte seinen Höhepunkt in einer mondlosen Nacht, was exzellente Sicht ermöglichte. Bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde waren sichtbar. Diese Himmelserscheinung, die dem Sternbild Perseus ihren Namen verdankt, entsteht durch die Begegnung der Erde mit Staubpartikeln des Kometen Swift-Tuttle. Die Lichterscheinungen werden durch die Reibung der Partikel in der Erdatmosphäre verursacht. Das Ereignis folgte auf eine partielle Sonnenfinsternis und wird von einer teilweisen Mondfinsternis abgelöst.
InhaltDarf’s noch ein Wunsch mehr sein? In der vergangenen, mondlosen Nacht erreichte der Sternschnuppenstrom der Perseiden seinen Höhepunkt. Fast überall in Deutschland herrschte exzellente Sicht. Der Sternschnuppenstrom der Perseiden, einer der schönsten Meteorströme des Jahres, hat in der Nacht zu Donnerstag seinen Höhepunkt erreicht. Bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde konnte man an dunklen Orten über den Himmel huschen sehen. In diesem Jahr hatten es die Menschen, die viele Wünsche loswerden wollten, besonders leicht. Das Maximum der Perseiden fiel genau in die Neumondnacht: Kein Mondlicht störte das Erspähen der Leuchterscheinungen und das Wetter spielte weitgehend mit. Nur über Norddeutschland waren nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ein paar hohe Wolkenfelder vorhanden. Da könnte es lokal zu Sichteintrübungen gekommen sein, sagte ein DWD-Meteorologe. Sternschnuppen gelten vielen als klassische Glücksbringer, denen nachgesagt wird, dass sie Wünsche erfüllen. Selbst in Berlin waren in der Nacht bereits vor 23 Uhr Sternschnuppen zu sehen. Trotz der Lichtverschmutzung seien schon einige beobachtet worden, sagte der Direktor des Zeiss-Großplanetariums, Tim Florian Horn. Neben dem Planetarium verfolgten Gäste das Spektakel auf einer Freifläche direkt. "Jede Sternschuppe wird mit lauten Ah und Oh bestaunt", sagte Horn. Die Perseiden waren bereits in den Nächten vor ihrem Maximum zu beobachten. Auch in den nächsten Nächten seien bei gutem Wetter noch viele zu sehen, sagte Horn. Die Kurve flache langsam ab und ende am 24. August. Ihren Namen verdanken die Sommersternschnuppen dem Sternbild Perseus. Die Perseiden scheinen diesem Sternbild zu entspringen – Astronomen bezeichnen diesen Ausstrahlungspunkt als Radianten. Die Sternschnuppen kommen aber aus der unmittelbaren Erdumgebung. Auf seiner Bahn um die Sonne kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der 1862 entdeckte Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Bahn um unser Zentralgestirn zurückließ. Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel aus Kometenstaub mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein – also 216.000 Kilometer pro Stunde. In einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinungen, die Sternschnuppen genannt werden. In Wirklichkeit leuchten nicht die Teilchen selbst, sondern die Luft drumherum. Die Perseiden waren nicht das einzige Himmelsspektakel der vergangenen Stunden. Über Deutschland war auch eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. In Teilen Europas war die Sonne sogar komplett verdeckt – und Millionen Menschen blickten in den Himmel. Die totale Sonnenfinsternis hatte gegen 19 Uhr in Nordsibirien begonnen. Der Kernschatten des Mondes war dann in einem Bogen an Grönland und Island entlanggezogen und auf Spanien getroffen. Perseiden, Sonnenfinsternis – und in rund zwei Wochen geht es schon wieder weiter: Dann gibt es über Deutschland eine partielle Mondfinsternis zu bestaunen, zumindest für Frühaufsteher. Der Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde erfolgt am 28. August um 4.34 Uhr.