Neuanschaffung der US-Abschiebebehörde: ICE-Agenten sollen Elektroschock-Handschuhe bekommen

Datum13.08.2026 01:10

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie US-Einwanderungsbehörde ICE plant die Anschaffung von Elektroschock-Handschuhen für 10-20 Mio. US-Dollar bis März 2027. Diese sollen als "Deeskalationsgeräte" dienen, um Migranten festzunehmen und abzuschieben. Kritiker, darunter die Gouverneurin und Generalstaatsanwältin von New York, befürchten eine Verletzung von Bürgerrechten und der Verfassung. Die genauen Einsatzbedingungen der Geräte sind unklar.

InhaltDie Handschuhe werden per Tastendruck aktiviert – und geben beim Anfassen von Personen Elektroschocks ab: ICE will seine Mitarbeiter mit neuen Geräten ausstatten und spricht von "Deeskalation". Die Opposition bewertet das anders. Die umstrittene US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) plant die Anschaffung von Elektroschock-Handschuhen. Diese sollten als "Deeskalationsgeräte" eingesetzt werden, heißt es in einer Bekanntmachung  des Heimatschutzministeriums. Für den Kauf seien 10 bis 20 Millionen US-Dollar (etwa 8,7 bis 17,3 Millionen Euro) eingeplant. Bis Ende März 2027 solle die Anschaffung abgeschlossen sein. Mit der Neuanschaffung solle sichergestellt werden, dass die Einsatzkräfte "über die notwendigen Mittel und Ausrüstungen verfügen, um kriminelle, illegal eingereiste Ausländer sicher festzunehmen und aus unserem Land abzuschieben", zitierten Medien einen Sprecher des Heimatschutzministeriums. Die Vorgehensweise von ICE-Mitarbeitern hat in der Vergangenheit immer wieder für Kritik gesorgt (mehr dazu hier ). Die Handschuhe mit dem Akronym G.L.O.V.E. ("Generated Low Output Voltage Emitter") werden nach Herstellerangaben  per Tastendruck aktiviert und geben beim Anfassen von Personen Elektroschocks ab. Die Bekanntmachung ließ zunächst offen, unter welchen konkreten Bedingungen sie eingesetzt werden sollen. Die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul und die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates, Letitia James, beide Demokratinnen, kritisierten die Pläne. James sagte: "Wir prüfen die Ausschreibung noch, aber sie scheint willkürlich – und sachlich nicht gerechtfertigt zu sein. Sie scheint gegen eine Reihe von Gesetzen zu verstoßen, und auch gegen unsere Verfassung." Hochul gab zu bedenken: "Auf den ersten Blick erscheint es als Verletzung der Bürgerrechte, einer Person einen derartigen körperlichen Schaden zuzufügen – unabhängig davon, worin das Vergehen bestehen mag." Bereits Mitte Juli hatte ICE für Aufsehen gesorgt, als ein Plan zur Anschaffung von Bodycams bekannt gegeben wurde (mehr dazu hier). Auch hierfür wurde ein Budget von 10 bis 20 Millionen US-Dollar eingeplant. Zwar sollen die Kameras, die am Körper der Einsatzkräfte befestigt werden, deren Vorgehen bei Einsätzen dokumentieren. Kritikerinnen und Kritiker bezweifeln allerdings, ob das Heimatschutzministerium in brisanten Fällen das Videomaterial tatsächlich veröffentlichen würde. Donald Trumps Einwanderungspolitik geht buchstäblich über Leichen – und wird nun zum Thema im Kongresswahlkampf. Mehr dazu, wie brutal die Häscher des US-Präsidenten vorgehen, erfahren Sie hier .