Jahrestag: 65 Jahre Mauerbau: Warnungen vor Gefahren für die Demokratie

Datum13.08.2026 00:01

Quellewww.zeit.de

TLDRZum 65. Jahrestag des Mauerbaus warnt Katrin Göring-Eckart vor Verharmlosung der DDR-Diktatur. Sie betont, dass die Mauer nicht fiel, sondern zum Einsturz gebracht wurde, und kritisiert, dass diese Selbstbefreiung in der Debatte zu wenig gewürdigt wird. Dies ermögliche Aussagen wie die der AfD, die von einer besseren DDR sprechen. Sie mahnt zur Auseinandersetzung mit der Diktaturgeschichte und kritisiert Desinteresse im Westen. Dieter Dombrowski warnt ebenfalls vor Gefahren für die Demokratie und schleichender Legitimierung des Sozialismus.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Jahrestag“. Lesen Sie jetzt „65 Jahre Mauerbau: Warnungen vor Gefahren für die Demokratie“. Zum 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer hat die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckart vor einer Verharmlosung der DDR gewarnt. "Die Mauer ist ja nicht gefallen. Sie ist zum Einsturz gebracht worden", sagte sie dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND). "Wir erleben aber, dass diese Selbstbefreiung in der öffentlichen Debatte kaum eine Rolle spielt. Deshalb kann die AfD behaupten, dass es in der DDR doch eigentlich ganz schön war - und heute eine Diktatur herrsche, in der man nicht mehr sagen kann, was man will. Das ist Quatsch." Man müsse sich mit der Diktaturgeschichte auseinandersetzen, aber auch die weiter bestehenden strukturellen Unterschiede im Blick haben, sagte die in der DDR geborene und aufgewachsene Göring-Eckart. Damit wolle sie aber nicht AfD-Wähler in Schutz nehmen: "Denn sie können wissen, was Diktatur bedeutet und wie sich Faschismus für jeden Einzelnen und am Ende für sie selbst auswirkt." Dafür, dass der Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie nicht allen klar sei, sieht sie auch Fehler in Westdeutschland - dort habe es "eine Mischung aus Desinteresse und Besserwisserei" gegeben. "Im Westen haben viele Menschen jahrzehntelang gar nicht gemerkt, was in Ostdeutschland eigentlich passiert ist. Diese Erfahrung abzufragen, wäre weiterhin klug", so Göring-Eckart. Auch der Bundesvorsitzende der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft, Dieter Dombrowski, warnte vor wachsenden Gefahren für die Demokratie. Diese werde "immer öfter infrage gestellt", sagte er dem RND. "Diese Tendenz nimmt links wie rechts zu. Dabei wird der Sozialismus schleichend legitimiert - obwohl er den Menschen in Deutschland und überall auf der Welt nur Unglück gebracht hat." © dpa-infocom, dpa:260812-930-521472/1