Staatliche Förderung: Binnenschifffahrt: Brauchen Klarheit bei Flottenerneuerung

Datum13.08.2026 00:01

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Binnenschifffahrt benötigt Klarheit und einen verlässlichen Investitionsrahmen für die Flottenerneuerung, insbesondere für niedrigwassergerechte Umbauten. Die Branche fordert von der Bundesregierung Unterstützung für den Bau von 1.000 modernen Güterschiffen in Europa, um der verschärften Niedrigwassersituation und der damit verbundenen Kapazitätsreduktion entgegenzuwirken. Ein bestehendes Förderprogramm soll fortgeführt und in Haushaltsberatungen eingebracht werden.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Staatliche Förderung“. Lesen Sie jetzt „Binnenschifffahrt: Brauchen Klarheit bei Flottenerneuerung“. Nach der Schaltkonferenz der Verkehrsminister zur schwierigen Lage der Binnenschifffahrt wegen niedriger Pegelstände fordert die Branche vom Bund, bei der niedrigwassergerechten Umrüstung von Schiffen Klarheit zu schaffen. "Wir brauchen von der Bundesregierung einen verlässlichen Investitionsrahmen bis 2035, der privates Kapital mobilisiert und Unternehmen Planungssicherheit für Neubauten gibt", sagte der Geschäftsführer der Binnenschifffahrtsgesellschaft HGK Shipping, Steffen Bauer, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND).  Das Unternehmen mit Sitz in Duisburg unterhält nach eigenen Angaben eine Flotte von mehr als 300 Schiffen, die vor allem auf dem Rhein und seinen Nebenflüssen unterwegs sind. Der Geschäftsführer drängt darauf, sich den Bau von 1.000 modernen Güterbinnenschiffen in ganz Europa zum Ziel zu setzen. Bei Kosten von 12,5 Millionen Euro pro Schiff liege das "Investitionspotenzial" dabei insgesamt bei bis zu 12,5 Milliarden Euro. "Die Bundesregierung sollte dabei eine führende Rolle übernehmen und mit einem langfristig verlässlichen Förderrahmen private Investitionen in die Flottenerneuerung auslösen", sagte Bauer. Für die Binnenschifffahrt sei die Umrüstung notwendig, da keine dauerhafte Besserung in Sicht sei. "Die Prognosen weisen auf eine weitere Verschärfung der Situation und einstellige Pegel hin", sagte Bauer. Mit sinkenden Wasserständen aber würden sich "die möglichen Abladungen und damit die Transportkapazitäten auf einer der wichtigsten europäischen Verkehrsachsen massiv" reduzieren, weshalb es an Niedrigwasser angepasste Schiffe benötige. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums besteht das Förderprogramm zur nachhaltigen Modernisierung von Binnenschiffen seit 2024. Auch Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte sich zuvor für einen Weiterbestand der Förderung ausgesprochen. "Die Rückmeldung aus der Branche dazu war deutlich: Das Förderprogramm zur niedrigwassergerechten Umrüstung von Schiffen soll fortbestehen", sagte er dem RND. Dies werde nun in die parlamentarischen Haushaltsberatungen eingebracht, erklärte er. © dpa-infocom, dpa:260812-930-521466/1