Datum12.08.2026 19:42
Quellewww.zeit.de
TLDRDie WHO befürchtet den bisher schwersten Ebola-Ausbruch in der DR Kongo. Die Epidemie breitet sich mit Rekordgeschwindigkeit aus, bisher sind ca. 4.400 Infektionen und über 2.000 Tote zu verzeichnen. Die Organisation fordert eine bessere Gesundheitsversorgung, verstärkte Kontaktpersonennachverfolgung und mehr Behandlungsbetten. Eine fehlende Impfung/Therapie für den aktuellen Virustyp sowie Bevölkerungsbewegungen und Gewalt erschweren die Eindämmung.
InhaltDie WHO sieht Anzeichen für ein nie dagewesenes Ausmaß der aktuellen Ebola-Epidemie in der DR Kongo. Die Organisation fordert eine bessere Gesundheitsversorgung vor Ort. Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo könnte nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der schwerste in der Geschichte werden. Die Epidemie breite sich mit Rekordgeschwindigkeit aus, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. "Bei der derzeitigen Geschwindigkeit droht sie, den Ebola-Ausbruch in Westafrika von 2014 bis 2016 in den Schatten zu stellen", sagte er bei einer Pressekonferenz in Genf. In der DR Kongo haben sich in den vergangenen Monaten nach WHO-Angaben rund 4.400 Menschen mit dem Virus angesteckt, mehr als 2.000 Menschen sind daran bisher gestorben. Das Zentrum des Ausbruchs befindet sich in der nördlichen Provinz Ituri. Noch immer würden zu wenige Kontaktpersonen von Infizierten nachverfolgt, um den Ausbruch zu stoppen, sagte Tedros. Es sei besorgniserregend, wie viele Tote nach wie vor in ihren Gemeinden sterben, ohne zuvor auf den Ebola-Kontaktlisten registriert worden zu sein. Die meisten Infektionen würden von unbehandelten Patienten im späten Krankheitsstadium ausgehen oder von Begräbnissen. "Der Ausbruch hatte einen großen Vorsprung und ist uns nach wie vor weit voraus. Wir versuchen nun, diesen Rückstand aufzuholen", sagte der WHO-Chef weiter. Eine bessere Erfassung von Kontaktpersonen, mehr Ausbildungen im Gesundheitsbereich und mehr Behandlungsbetten seien notwendig, um die Ansteckungsketten zu unterbrechen. Laut WHO-Notfalldirektor Abdirahman Mahamud geht die Organisation davon aus, dass der Höhepunkt des aktuellen Ausbruchs in sechs Monaten erreicht wird. Das sei aber ein "moderates Szenario", sagte er weiter. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang keinen speziellen Impfstoff oder eine Therapie gibt. Ursachen für die rasche Ausbreitung sind laut der leitenden WHO-Wissenschaftlerin Sylvie Briand auch starke Bevölkerungsbewegungen und anhaltende Gewalt in betroffenen Gebieten. Das Ebola-Virus wird durch Körperkontakt und Körperflüssigkeiten übertragen und führt zu hochansteckendem Fieber, Durchfall und Blutungen. Bei der bisher größten Epidemie zwischen 2014 und 2026 in Westafrika wurden mehr als 28.600 Menschen infiziert und mehr als 11.300 Menschen starben.