Datum12.08.2026 17:11
Quellewww.spiegel.de
TLDRJeremy Strong spielt Mark Zuckerberg in "The Social Reckoning". Bekannt für sein intensives Method Acting, will Strong Zuckerbergs Standpunkt verdeutlichen und ihm eine menschliche Seite geben, obwohl er als umstrittene Figur gilt. Er betont die Verantwortung, eine reale Person darzustellen und kommunizierte sogar mit Zuckerberg. Sein Ziel ist es, dessen Perspektive zu verstehen, nicht ihn zu verurteilen.
InhaltDer "Succession"-Star ist für ambitionierte Rollenaneignungen bekannt. In der Fortsetzung von "The Social Network" verwandelt sich Jeremy Strong in den Meta-Chef – und will dessen Standpunkt vertreten. Method Acting hat keinen guten Ruf. Die schauspielerische Arbeitsweise, sich auch abseits von Bühne und Filmset mit der Rolle zu identifizieren, sorgt bei Außenstehenden immer wieder für Unverständnis und Spott. Dennoch gibt es Schauspieler und Schauspielerinnen, die auf die aufwendige Methode der Anverwandlung schwören. Einer davon ist Jeremy Strong, Serienstar aus "Succession", Darsteller von Berater Roy Cohn im Trump-Film "The Apprentice" und von Manager Jon Landau im Springsteen-Film "Deliver Me from Nowhere". Das Magazin "GQ" porträtiert Strong in seiner kommenden Ausgabe anlässlich des Films "The Social Reckoning", der im Oktober in die Kinos kommen soll. In Aaron Sorkins Fortsetzung des von ihm geschriebenen Klassikers "The Social Network" übernimmt Strong die Rolle des Facebook-Chefs Mark Zuckerberg. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. "GQ"-Reporter Alex Pappademas hat nicht nur mit Strong selbst gesprochen, sondern auch mit diversen Weggefährten. Einer davon ist der befreundete Schauspielkollege Bradley Cooper, der sagt, er genieße es sehr, mit Strong zu reden, wenn er gerade in andere Personen schlüpft: "Ich liebe es. Ich habe schon oft mit Mark Zuckerberg gesprochen – ich war mit Mark Zuckerberg befreundet, ohne dass Mark Zuckerberg davon wusste." Strong sagt, er sei sich darüber bewusst, dass Zuckerberg "eine verachtete und keine beliebte Person ist", aber er finde nicht, "dass man ihn von einem Schauspieler spielen lassen sollte, der ihn von vornherein verurteilen will". In der gefeierten Serie "Succession" gelang es Strong, dass viele im Publikum mit seiner Figur Kendall Roy mitfühlten, obgleich sie eigentlich sehr unsympathisch ist. Während Roy eine fiktive Figur ist, ist Zuckerberg "ein realer Mensch. Ein Mensch mit Kindern", wie Strong betont. Er empfinde "eine enorme Last und Verantwortung", ihn zu spielen. "The Social Reckoning" erzählt die Geschichte von Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen (gespielt von Mikey Madison) und dem Reporter Jeff Horwitz (Jeremy Allen White); klar, dass Facebook-Chef Zuckerberg in diesem Zusammenhang der Böse ist. Dennoch weiß sein Darsteller Strong: "Meine Aufgabe ist es, seinen Standpunkt zu verstehen und zu vertreten – seinen Kampf zu kämpfen." Jeremy Strong sagt, er habe dem realen Mark Zuckerberg sogar eine E-Mail geschrieben: "Ich wollte ihm lediglich sagen, dass ich diese Verantwortung sehr ernst nehme, ebenso wie die Wahrhaftigkeit der Geschichte, und dass ich ihr mit Respekt begegne." Der Meta-Chef habe auch geantwortet – was, das verrät Strong allerdings nicht. Kurios ist, dass – so berichtet es "GQ" – Strong all diese Dinge über Mark Zuckerberg mit polnischem Akzent erzählt habe. Schließlich fand das Treffen mit dem Schauspieler in Saint-Tropez statt, während dieser noch in den Dreharbeiten zur Netflix-Neuverfilmung von "The Boys from Brazil" steckte. Darin spielt Strong einen Nazijäger, einen in Deutschland ausgebildeten Polen – und also spricht er monatelang auch wie einer: "Ich möchte nicht, dass es wie ein Akzent klingt", sagt der Schauspieler bei einem späteren Treffen. "Ich möchte, dass es einfach ein Mensch ist und das seine Stimme ist. Unsere Stimme ist schließlich das Individuellste an uns."