Havarierter Tanker: Ölteppich im Arabischen Meer breitet sich rasch aus

Datum12.08.2026 16:41

Quellewww.spiegel.de

TLDREin Tanker namens "Caroline Bezengi" verliert offenbar weiter Rohöl im Arabischen Meer vor Oman. Der Ölteppich hat sich rasant ausgebreitet und bereits das Festland erreicht, was eine massive Umweltkatastrophe befürchten lässt. Der 25 Jahre alte Tanker, beladen mit russischem Rohöl, lief im Juni auf Grund. Die Situation wird durch die mögliche weitere Zerstörung des Schiffes verschärft, und eine Beteiligung von Entschädigungsfonds ist unwahrscheinlich.

InhaltAus dem Schiff "Caroline Bezengi" vor Oman läuft offenbar weiter Rohöl aus. Die Umweltverbände warnen vor einer der größten Umweltkatastrophen seit Jahren. Nach der Havarie eines Tankers hat sich der Ölteppich im Arabischen Meer in den vergangenen Tagen offenbar drastisch vergrößert. Umweltschutzorganisationen warnen vor einer der schlimmsten Ölpest-Vorfälle seit Jahren. In den vergangenen Tagen breitete sich das Rohöl laut Satellitenbildern rasch aus. Wie die Schifffahrtsbehörde der Vereinten Nationen der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte, hat der Ölteppich inzwischen das Festland erreicht. "Notfallpläne für die Ölkatastrophe sind in Kraft", erklärte ein Sprecher. Der Tanker "Caroline Bezengi" hatte schätzungsweise 800.000 Barrel russisches Rohöl geladen hatte und war im Juni vor den omanischen Churiya-Muriya-Inseln auf Grund gelaufen. Die Inseln sind Teil eines marinen Naturschutzgebiets, in dem gefährdete Schildkröten, Buckelwale und Korallenriffe leben. Noch am Montag hatte Oman mitgeteilt, sich die Ölschicht erstrecke über fast 400 Quadratkilometer. Man habe Ölsperren eingesetzt, um die Ausbreitung einzudämmen. Bereits Anfang August hatte dagegen die Umweltschutzorganisation Greenpeace den Ölteppich auf rund 600 Quadratkilometer Fläche geschätzt. Inzwischen gehen Umweltbehörden und Spezialisten für Ölunfälle von einem Vielfachen dieser Größe aus. Derzeit erstrecke sich die Ölpest über eine Fläche von mehr als 2000 Quadratkilometern, sagt John Amos, Chef der gemeinnützigen Umweltschutzorganisation Sky Truth, nach der Auswertung von Satellitenbildern. Die "Caroline Bezengi" war im April aus dem Hafen von Noworossijsk am Schwarzen Meer ausgelaufen. Nach Angaben von Schifffahrtskreisen kam es an Bord zu einer Explosion. Bislang bekannte sich keine Partei zu einem Angriff. Amos erklärte, dass das Schiff "unter dem anhaltenden Ansturm von Wind und Wellen weiter auseinanderbrechen und die gesamte Ladung verlieren würde". Das Schiff ist in Größe und Ladekapazität mit der "Sanchi" vergleichbar. Das iranische Schiff kollidierte im Jahr 2018 vor der chinesischen Küste mit einem Frachter und verursachte die schlimmste Öltanker-Katastrophe seit Jahrzehnten. Die IOPC-Fonds, eine zwischenstaatliche Organisation, die sich mit Entschädigungen nach Tankerunfällen befasst, teilten mit, dass sie sich nicht an den Sanierungskosten beteiligen werden, da der Vorfall als "Kriegshandlung" und nicht als einfacher Unfall behandelt wird. Der 25 Jahre alte Tanker ist zudem bei keinem anerkannten westlichen Versicherungsanbieter versichert.