Datum16.10.2025 11:55
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Jüdische Studierendenunion (JSUD) fordert verstärkten Schutz vor Antisemitismus an Hochschulen, nachdem seit dem 7. Oktober ein feindliches Klima herrscht. Die JSUD präsentierte einen Forderungskatalog, der ein Handeln von Politik und Hochschulen verlangt, darunter die Verpflichtung zur Schaffung von Antisemitismusbeauftragten. Ein jüngster Vorfall, bei dem ein jüdischer Student schwer verletzt wurde, unterstreicht die Dringlichkeit des Themas. Im letzten Jahr wurden an Hochschulen 450 antisemitische Vorfälle registriert.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Hochschulen“. Lesen Sie jetzt „Jüdische Studierende fordern Schutz vor Antisemitismus“. Die Jüdische Studierendenunion (JSUD) hat sich mit einer Reihe von Forderungen zur Bekämpfung von Antisemitismus an Hochschulen und die Politik gewendet. "Seit dem 7. Oktober haben wir mit einem feindseligen Klima zu kämpfen in den Unis", sagte der jüdische Student Lahav Shapira bei einer Pressekonferenz in Berlin. Grundlage für den Forderungskatalog mit dem Namen "Wissenschaftsfreiheit verteidigen heißt Antisemitismus bekämpfen" ist den Angaben nach eine eigene Umfrage der Vertretung der jüdischen Studierenden. Die Erhebung zeige: "Die Universitäten ducken sich weg und wir haben ein massives Problem", sagte Ron Dekel, Präsident der Jüdischen Studierendenunion Deutschland. Politik und Hochschulen müssten endlich ins Handeln kommen. Der Katalog richte sich an Hochschulleitungen sowie an Landes- und Bundesministerien. Shapira, Student an der Freien Universität Berlin (FU), wurde im Februar 2024 in Berlin von einem Kommilitonen angegriffen, niedergeschlagen und erlitt dabei schwere Verletzungen. Bei einem Prozess wertete das Amtsgericht Berlin-Tiergarten dies als antisemitische Tat und verurteilte den Angeklagten im April dieses Jahres zu einer Haftstrafe von drei Jahren. So fordert die JSUD unter anderem die verbindliche Ausarbeitung von konkreten Handlungsplänen, wenn es auf dem Gelände der Universitäten antisemitische Besetzungen oder Demonstrationen gibt. Zudem sei es ihnen wichtig, dass an allen Hochschulen verpflichtend qualifizierte Antisemitismusbeauftragte eingesetzt würden. Nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel im Oktober 2023 kommt es immer wieder zu Demonstrationen im Kontext mit dem Nahost-Konflikt. Auch an den Universitäten gibt es zahlreiche Protestkundgebungen. Teils kam es zu Besetzungen und Angriffen. Nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) wurden im vergangenen Jahr 450 antisemitische Vorfälle an Hochschulen registriert. © dpa-infocom, dpa:251016-930-168953/1