Paar aus Landkreis Rostock wollte offenbar 264 Kilo Koks per Segeljacht nach Europa schmuggeln

Datum12.08.2026 15:33

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Rostock begann ein Drogenprozess gegen ein Paar aus dem Landkreis Rostock. Ihnen wird vorgeworfen, rund 264 Kilo Kokain im Wert von etwa 15 Millionen Euro per Segeljacht aus Kolumbien nach Europa geschmuggelt zu haben. Sie wurden auf Höhe der Azoren von portugiesischen Ermittlern gestoppt. Der Prozess findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt, da die Angeklagten als "hochgefährdet" gelten. Es handelt sich um eine der größten sichergestellten Drogenmengen in Mecklenburg-Vorpommern.

InhaltAuf Höhe der Azoren wurden sie gestoppt: In Rostock hat ein Drogenprozess gegen eine 59-Jährigen und ihren 67-jährigen Mann begonnen – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen: Die Angeklagten gelten als "hochgefährdet". Die beiden sollen versucht haben, mehr als eine viertel Tonne Kokain per Segeljacht aus Kolumbien nach Europa zu bringen: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Landgericht Rostock der Prozess gegen einen Mann und eine Frau begonnen. Beide Angeklagten seien "hochgefährdet", hieß es von der Staatsanwaltschaft Rostock. Vom Gericht hieß es, bei derartigen Drogenprozessen gehe es mitunter auch um Verbindungen zur Organisierten Kriminalität. Die 67-Jährige und ihr 59-jähriger Mann aus dem Landkreis Rostock sollen laut Anklage im Sommer vergangenen Jahres mit rund 264 Kilogramm Kokain an Bord von Kolumbien aus in Richtung Europa aufgebrochen sein. Nach gut einem Monat seien sie von portugiesischen Ermittlern in der Nähe der Azoren gestoppt und durchsucht worden. Dabei wurde das Rauschgift laut Anklage sichergestellt. Beide befinden sich in Untersuchungshaft. Auf den Fluren des Gerichts waren maskierte Polizisten unterwegs, teils mit Helmen und Maschinenpistolen. Bevor die Angeklagten in den Gerichtssaal geführt wurden, betraten maskierte und bewaffnete Polizisten den Saal und verteilten sich, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. Zumindest beim Angeklagten war demnach eine Schutzweste sichtbar. Die Angeklagten dürfen laut Gericht nicht fotografiert oder gefilmt werden, auch nicht – wie sonst üblich – vor Beginn der Verhandlung und so, dass sie nicht erkennbar sind. Die Vorkehrungen sollen die Angeklagten schützen. Der Marktwert der Drogen wird seitens der Staatsanwaltschaft auf etwa 15 Millionen Euro beziffert. Das sei aber ein eher theoretischer Wert, der sich aus dem Straßenwert errechne. Bei einer derartig großen Menge gebe es allerdings mehrere Zwischenschritte beim Verkauf. Es handele sich um eine der größten Drogenmengen, die in Mecklenburg-Vorpommern Gegenstand einer Gerichtsverhandlung geworden ist. Zum Prozessauftakt wurde die Anklage verlesen. Die Angeklagten nutzten die Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern, nicht. Ihre Anwälte sagten aber, dass dies im Laufe der Verhandlung noch erfolgen könne. Seitens der Staatsanwaltschaft hieß es, dass sich der Angeklagte Ermittlern gegenüber bereits geständig gezeigt habe. Bis Mitte Oktober sind etwa ein Dutzend weitere Verhandlungstage angesetzt. Der Strafrahmen umfasst laut Gericht im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von 1 bis 15 Jahren. Zum ersten Mal äußert sich das BKA vor der Kamera zu einem spektakulären Fall von Drogenschmuggel im Hamburger Hafen. Die geknackte Kommunikation der Bande und ihrer Bosse erlaubt exklusive Einblicke in das Milliardenbusiness. Sehen Sie hier den SPIEGEL-TV-Film.