Niedrigwasser: Thüringen, Brandenburg und Berlin lockern Lkw-Sonntagsfahrverbot

Datum12.08.2026 15:36

Quellewww.spiegel.de

TLDRAufgrund des Niedrigwassers lockern Brandenburg, Berlin und Thüringen das Lkw-Sonntagsfahrverbot. Thüringen hebt es vollständig auf, während die anderen beiden Bundesländer Transporte üblicherweise per Binnenschiff transportierter Güter zulassen. Dies soll Lieferketten trotz beeinträchtigter Schifffahrt aufrechterhalten. Thüringens Grüne kritisieren die pauschale Regelung dort, da keine relevanten Wasserstraßen durch das Land führen.

InhaltBrandenburg, Berlin und Thüringen reagieren auf die niedrigen Pegel in Flüssen. Grünenpolitiker kritisieren: Durch Thüringen laufen keine relevanten Wasserstraßen. Nach vielen anderen Bundesländern wird jetzt auch Thüringen aktiv: Das Bundesland hebt das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen vorübergehend auf. Die Regelung als Reaktion auf Niedrigwasser in vielen Flüssen gelte zunächst bis 31. August, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums in Erfurt. Damit geht Thüringen weiter als Berlin und Brandenburg. Diese etwa erlauben sonntags lediglich Lkw-Transporte von Gütern, die üblicherweise auf Binnenschiffen befördert werden. Die Regelung, nach der alle Straßentransporte in Thüringen auch an Sonntagen rollen können, gelte ab sofort, sagte die Ministeriumssprecherin. Dazu gebe es einen Erlass des Thüringer Landesverwaltungsamtes in Weimar. Ob sie verlängert werde, hänge von der Situation der Wasserstraßen ab und sei derzeit nicht absehbar. Thüringens Grüne kritisierten die pauschale Regelung als Reaktion auf das Niedrigwasser in Rhein, Elbe und Donau. Dass Unternehmen auf andere Transportwege ausweichen müssten, sei nachvollziehbar, erklärte Grünen-Landessprecherin Ann-Sophie Bohm. "Aber durch Thüringen fließen weder Rhein, Elbe, Donau oder eine andere für den Güterverkehr relevante Wasserstraße." Statt einer generellen Freigabe plädierte sie für Einzelfallentscheidungen bei Thüringer Unternehmen, die nachweislich auf Lkw-Transporte angewiesen seien. Durch anhaltend sehr niedrige Wasserstände auf deutschen Wasserstraßen ist die Binnenschifffahrt derzeit erheblich beeinträchtigt. Gütertransporte müssen teilweise auf Straße und Schiene verlagert werden, um Lieferketten aufrechtzuerhalten. Zahlreiche Bundesländer haben die Sonntagsregelungen für den Lkw-Verkehr daher aufgeweicht. Am Dienstag hatten Hessen, Hamburg und Bayern das Sonn- und Feiertagsverbot für Lastwagen vorübergehend außer Kraft gesetzt. Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland hatten das Fahrverbot bereits ab dem vergangenen Wochenende vorübergehend gelockert. Auch Schleswig-Holstein hat es ausgesetzt. Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern handeln zum nächsten Wochenende. Sachsen hingegen lehnt eine generelle Lockerung ab und verweist auf mögliche Ausnahmegenehmigungen.