Bauchfett trotz Sport: Erhöhtes Herzrisiko auch bei Normalgewicht

Datum12.08.2026 15:16

Quellewww.spiegel.de

TLDREine neue Studie zeigt, dass der Taillenumfang das Herz-Kreislauf-Risiko zuverlässiger vorhersagt als der Body-Mass-Index (BMI). Selbst normalgewichtige Personen mit viel Bauchfett haben ein erhöhtes Krankheitsrisiko. Viszerales Fett, das die Organe umgibt, ist besonders schädlich. Die Studie an fast 260.000 Menschen ergab, dass ein erhöhter Taillenumfang das Risiko um bis zu 50 Prozent steigern kann, auch bei Normalgewichtigen. Forscher warnen davor, sich ausschließlich auf den BMI zu verlassen.

InhaltMenschen mit viel Fett im Bauchraum leiden häufiger an Herz-Kreislauf-Beschwerden. Eine Studie zeigt, dass der Taillenumfang das Krankheitsrisiko zuverlässiger voraussagt als der Body-Mass-Index. Der Umfang der Taille sagt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einer Studie zufolge verlässlicher voraus als der sogenannte Body-Mass-Index (BMI). Menschen mit übermäßig viel Bauchfett seien anfälliger für entsprechende Krankheiten, auch wenn sie nach dem BMI normalgewichtig seien, berichtet ein Team um die Biostatistikerin Zeina Dardari von der Johns Hopkins University im Fachblatt "JACC". Der Body-Mass-Index ist ein gängiges Verfahren, um Übergewicht zu bestimmen. Er berechnet sich, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat geteilt wird. Als übergewichtig gilt ein Mensch mit einem Wert zwischen 25 und 29,9, oberhalb von 30 gilt er als adipös. Der Index berücksichtigt allerdings nicht, wie das Körperfett verteilt ist. Zahlreiche Untersuchungen deuten darauf hin, dass viszerales Fett schädlich für die Gesundheit ist. Es handelt sich dabei um Fett, das die inneren Organe im Bauchraum umgibt, sogenanntes Bauchfett. Menschen mit viel Bauchfett leiden beispielsweise häufiger an Herzerkrankungen und Diabetes. Für ihre Studie untersuchten die amerikanischen Forscher Daten von knapp 260.000 Menschen. Normalgewichtige Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Taillenumfang hatten demnach ein bis zu 50 Prozent erhöhtes Risiko für verschiedene Herz-Kreislauf-Krankheiten. Das galt erwartungsgemäß auch für übergewichtige Patienten mit viel Bauchfett. Bei adipösen Patienten mit niedrigem Taillenumfang dagegen war das Risiko nicht messbar erhöht. Die Forschenden weisen allerdings auf einige Einschränkungen ihrer Studie hin. So berücksichtigten sie in der Analyse nicht, wie sich die Patienten ernährten, wie viel sie sich bewegten oder ob ihre Adipositas genetisch veranlagt war. Diese Faktoren würden jedoch beim Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachweislich eine Rolle spielen, heißt es in einer Mitteilung zur Studie . Es sei dennoch wichtig, eine erhöhte zentrale Adipositas, also Fettleibigkeit in der Körpermitte zu erkennen, selbst bei Personen mit normalem BMI oder einem BMI im Übergewichtsbereich, sagt Dardari in der Mitteilung. "Sich ausschließlich auf den BMI zu verlassen, kann zu einer Fehleinstufung des kardiovaskulären Risikos führen."