Datum12.08.2026 12:24
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Bund fördert 19 norddeutsche Fischereibetriebe mit insgesamt zwölf Millionen Euro, damit diese ihre Tätigkeit einstellen. Das Programm richtet sich an Fischer, die auf Krabben oder Plattfische spezialisiert sind und deren Bestände als gefährdet gelten. Als Bedingung müssen die Fischer ihre Lizenzen abgeben und ihre Kutter bis Mitte 2027 stilllegen. Ziel ist die Verkleinerung der Fangflotte, insbesondere der Krabbenkutter, um die Fischbestände zu schonen und Kritik an Fangmethoden wie der Grundschleppnetzfischerei zu begegnen.
InhaltSie fangen Plattfische oder Krabben: 19 Fischer erhalten eine Millionenförderung vom Bund, wenn sie ihren Betrieb aufgeben. Grund sind gefährdete Fischbestände in der Nordsee. Sie wollen ihre Betriebe aufgeben und beantragen dafür finanzielle Unterstützung vom Bund: 48 Nordseefischer aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben Anträge unter dem "Programm zur endgültigen Einstellung der Fangtätigkeit im Fischereisektor in der Nordsee" eingereicht. Das berichtet die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). 19 von ihnen können nun Förderung erhalten, zwölf Millionen Euro stehen dafür bereit. Die Betriebe sind auf Krabben sowie Plattfische wie Scholle, Seezunge und Flunder spezialisiert. Jeweils 3,5 Millionen Euro stehen für Krabbenfischer in Niedersachsen und Schleswig-Holstein bereit. Fünf Millionen Euro gehen an Plattfischfischer. Um das Geld zu erhalten, müssen die Betriebe ihre Fanglizenzen abgeben und ihre Kutter bis zum 30. Juni 2027 stilllegen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat das Programm aufgelegt, um die Fangflotte der Küstenfischer zu verkleinern. Die Fischbestände gelten als gefährdet. Zudem wird vor allem mit Grundschleppnetzen gefischt, was Umweltschützer kritisieren. Die Flotte an Krabbenkuttern soll laut Ministerium bis 2027 um rund 30 Prozent reduziert werden. Insgesamt stehen dafür 20 Millionen Euro bereit. Für die kommenden Monate sind zwei weitere Förderungsausschreibungen geplant. Lesen Sie auch: Auch an der Ostsee geht die Zahl der Fischereibetriebe zurück. Anfang der Neunziger war die Anzahl noch vierstellig, jetzt ist sie unter 300 gesunken. Das liegt auch am Klimawandel.