Rezept: Kalte Tarator-Joghurtsuppe für heiße Tage

Datum12.08.2026 10:32

Quellewww.spiegel.de

TLDRAufgrund extrem heißer Sommertage stellt der Autor ein einfaches Rezept für eine kalte Joghurtsuppe, Tarator, vor. Die Suppe, inspiriert von Gerichten aus Bulgarien, Griechenland und der Türkei, ist schnell zubereitet und besteht aus Joghurt, Kräutern, Gurke und Zitronensaft. Sie soll nicht nur eine erfrischende Mahlzeit für heiße Tage bieten, sondern auch eine Abkühlung für überhitzte Gemüter darstellen, die sich angesichts des Klimawandels und des Leugnens der Krise oft aggressiv äußern.

InhaltWer an schweißtreibenden Tagen keine Energie zum Kochen hat, darf sich mit diesem Segen aus dem Kühlschrank etwas Gutes tun. Hilft auch, wenn man nicht an den Klimawandel glaubt! Kurz bevor ich mit dem Schreiben dieser Kolumne begonnen habe, war ich auf Instagram unterwegs. Und wurde wieder einmal bombardiert mit apokalyptischen Nachrichten: In Westeuropa war es im Juni und Juli heiß wie nie , am Bodensee kann man den Boden sehen  und gleichzeitig hat Donald Trump dem deutschen Energieriesen RWE 1,2 Milliarden Dollar gezahlt , um KEINE Windkraftanlagen vor der Küste der USA zu errichten. Der Mann, der bei einer Sonnenfinsternis direkt in die Sonne schaute , entscheidet, dass die Welt dringend mehr fossile Energie braucht. Bafög oder Azubigehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizzatoast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln: Vor ein paar Jahren hatten die Nicht-Wissenschaftler unter uns noch gehofft, der Klimawandel würde in Europa vielleicht nur etwas wärmere Sommer mit sich bringen. Doch schon jetzt zeigt sich deutlich, dass wir die volle Härte des Klimakollaps zu spüren bekommen werden. Dürren, Brände, Hitze, Fluten, Übersterblichkeit. In London wurde im Juni ein Workshop über "Anpassungsmöglichkeiten gegen Hitzewellen" abgesagt. Wegen der Hitzewelle . Und in den Social-Media-Kommentaren lese ich dann Sätze wie "Früher war es auch heiß". Ich verfalle bei solchen Sachen schnell in Zynismus. Meinen Rechner anzuzünden hilft aber weder mir noch dem Klima. Mein Kollege Christian Stöcker, sein Buch "Männer, die die Welt verbrennen" und seine SPIEGEL-Kolumne "Der Rationalist" (hier abonnieren) setzen sich konstruktiver mit den Akteuren und Lösungen solcher Probleme auseinander, als ich es könnte. Als "Aggnoranz" bezeichnete Stöcker neulich das laute Leugnen objektiv beobachtbarer Tatsachen – etwa der Klimakrise. Er führt diese Haltung auf einen psychologischen Effekt zurück: Tief in sich wüssten die Klimawandelleugner schon, dass die Krise real sei. Denn auch der heftigste Skeptiker schwitzt und kann bei der Hitzewelle nicht schlafen. Das laute Gegenargumentieren diene aber eben auch dazu, die Augen vor der Wahrheit zu verschließen, um sich selbst zu schützen. Man argumentiert weniger für andere und mehr für sich selbst. Dazu komme ein biologischer Effekt: Hitze mache einfach aggressiv. Immerhin dagegen habe ich ein Rezept. Wenn einem so richtig der Kopf kocht und man kurz davor ist, in den sozialen Medien jede Menge Nonsens rauszupusten, kann man sich vorher lieber eine Schale Tarator genehmigen. Diese kalte Joghurtsuppe, die ich vereinfacht (und lobend) als "Zaziki zum Trinken" bezeichnen würde, stammt grob aus dem Raum Bulgarien-Griechenland-Türkei. Kalter Joghurt, frische Kräuter, Zitronensaft und Salatgurke liefern Flüssigkeit, Nährstoffe und kühlen dabei angenehm ab, zumal der Herd komplett ausbleibt. Die Mengenangaben sind nur als grober Richtwert zu verstehen. An Hitzetagen ist dieses Gericht daher ein leicht umsetzbarer Segen. Und in nur 15 Minuten fertig. Genug Zeit, um darüber nachzudenken, ob die Sommer früher wirklich "genauso heiß" waren. Oder ob das Hirn gerade einfach nur etwas gebraten ist.