Datum12.08.2026 07:52
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Leichtathletik-EM in Birmingham leidet unter halbleeren Tribünen und hohen Preisen. Zum Auftakt blieben fast 10.000 von 23.000 Plätzen leer. Verpflegung ist teuer, ein Hotdog mit Pommes kostet über 17 Euro. Viele sind sich der EM nicht bewusst. Dies könnte sich negativ auf Londons Bewerbung für die WM 2029 auswirken.
InhaltVon 23.000 Plätzen blieben zum Auftakt knapp 10.000 leer, ein Hotdog mit Pommes kostet umgerechnet 17,50 Euro: Eine Leichtathletik-Party ist die EM in Birmingham noch nicht. Zum Wochenende soll es aber besser werden. Das bislang eher geringe Zuschauerinteresse und hohe Preise für Speisen und Getränke bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham haben für Kritik gesorgt. Das dank Zusatztribünen 23.000 Zuschauer fassende Alexander Stadium war am Montag und Dienstag eher spärlich besucht. Am Auftaktabend waren es offiziell 13.623 Besucher, vom optischen Eindruck her allerdings eher weniger. Am Dienstag schien das Interesse zumindest etwas größer zu sein. Die Organisatoren hatten sich indes schon vor dem Start zufrieden mit dem Kartenverkauf gezeigt und von ausverkauften Rängen ab Donnerstag gesprochen. Laut britischen Medien gaben sie nun an, für Freitag, Samstag und Sonntag nähere man sich einem voll besetzten Stadion. Der frühere Weltklasse-Läufer Steve Cram zeigte sich am Montagabend als Kommentator des britischen Senders BBC "ein bisschen enttäuscht" von der Zuschauerresonanz beim 100-Meter-Sieg der britischen Lokalmatadorin Amy Hunt. Besonders auf der Gegengeraden säßen nicht viele Menschen auf der großen Tribüne, bemerkte Cram. Hunts Manager Nick Harwell sprach mit Blick auf die Eintrittspreise von "verrückten Preisen" und meinte: "So schade." Die teuersten Karten auf der Haupttribüne kosten umgerechnet knapp 130 Euro und ab Freitag bis zu 175 Euro. Günstigere Tickets für die dreistündigen Abendsessions sind inzwischen allerdings auch schon ab 30 Euro zu haben, wie britische Medien berichteten. Die Managerin der britischen 800-Meter-Olympiasiegerin Keely Hodgkinson berichtete indes auch davon, dass vielen Menschen gar nicht bewusst sei, dass gerade erstmals eine EM auf britischem Boden stattfinde. Für Kritik sorgen zudem die Preise an den offiziellen Imbissständen. Bratwurst-Hotdogs kosteten am Dienstagabend zehn britische Pfund. Das sind umgerechnet fast zwölf Euro. Wer dazu auch noch Pommes haben wollte, musste 15 britische Pfund und damit umgerechnet mehr als 17,50 Euro zahlen. Eine Flasche Wasser kostet 4,60 Euro, allerdings können mitgebrachte Flaschen kostenlos befüllt werden. In Großbritannien schwingt auch die Sorge mit, die Situation bei der EM könnte sich negativ auf die Bewerbung Londons um die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2029 auswirken. Um die Titelkämpfe bewirbt sich unter anderem auch München.