Datum12.08.2026 04:10
Quellewww.spiegel.de
TLDRNordkorea feuerte erneut eine ballistische Rakete ab, die im Meer landete. Die USA und über 40 Staaten kritisierten unangekündigte Raketentests, die Frieden und Sicherheit bedrohen und zu Fehleinschätzungen führen können. Diese Raketentests erfolgen im Vorfeld südkoreanisch-amerikanischer Militärübungen und sind ein Verstoß gegen UN-Resolutionen. China hatte zuvor ebenfalls einen ballistischen Raketentest angekündigt.
InhaltIm Juli testete China eine ballistische Rakete von einem U-Boot aus. Nun folgt Nordkorea mit einem Start vom Festland. Dutzende Staaten kritisieren die unangekündigten Tests und warnen vor folgenschweren Fehleinschätzungen. Nordkorea hat nach südkoreanischen und japanischen Angaben mindestens eine ballistische Rakete abgefeuert. Die Rakete startete demnach von der nordkoreanischen Ostküste und flog in östliche Richtung. Nach Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums erreichte der Flugkörper eine maximale Höhe von rund 90 Kilometern und eine Reichweite von knapp 700 Kilometern, ehe er im Meer aufprallte. Wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, war das Geschoss am Himmel für einige Anwohner Südkoreas in der nordöstlichen Küstenregion mit bloßem Auge sichtbar. Das Kommando des US-Militärs für den Pazifik-Raum erklärte, die Ereignisse stellten keine unmittelbare Gefahr für US-Personal, die Vereinigten Staaten oder das Hoheitsgebiet der Verbündeten dar. Vergangene Woche hatte Nordkorea ebenfalls eine Kurzstreckenrakete abgefeuert. Laut südkoreanischen Berichten dürften die jüngsten Raketentests im Kontext der jährlichen Militärübungen der amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte stehen. Diese sollen am 17. August beginnen. Daher rechnen Experten in den kommenden Tagen und Wochen möglicherweise mit weiteren nordkoreanischen Raketentests. Nordkoreas Staatsführung betrachtet die Militärmanöver als potenzielle Kriegsvorbereitung, während Seoul und Washington deren defensive Natur betonen. Es handelt sich laut Südkoreas amtlicher Nachrichtenagentur Yonhap bereits um Nordkoreas elften ballistischen Raketenstart in diesem Jahr. Dem abgeschotteten Land unter Führung von Machthaber Kim Jong Un ist es gemäß mehreren Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats grundsätzlich untersagt, ballistische Raketen abzufeuern. Die USA und rund 40 weitere Staaten haben in einer gemeinsamen Erklärung vor den Gefahren unangekündigter Tests ballistischer Raketen gewarnt. Durch solche Tests würden Frieden und Sicherheit bedroht, hieß es in der am Dienstag veröffentlichten Erklärung von Ländern aus dem europäischen und dem indopazifischen Raum. Sie wurde einen Monat nach dem Start einer atomwaffenfähigen ballistischen Rakete durch China veröffentlicht. "Die Durchführung von Tests atomwaffenfähiger ballistischer Raketen ohne ausreichende Vorankündigung und detaillierte Angaben ist gefährlich und beeinträchtigt Frieden und Sicherheit der betroffenen Staaten in der Nähe dieser Tests", erklärten die Unterzeichnerstaaten. "Dies erhöht das Risiko von Fehleinschätzungen, untergräbt die globale Stabilität und Sicherheit und ist unvereinbar mit der Verantwortung, die mit dem Besitz von Langstreckenraketen-Kapazitäten einhergeht." Ohne China direkt zu nennen, verweist die Erklärung auf "jüngste Raketentests" im Pazifik, bei denen Standards "nicht eingehalten" worden seien. Alle Länder seien aufgerufen, derartige Tests mindestens 24 Stunden zuvor anzukündigen. Dies gelte insbesondere für Atommächte. China hatte Anfang Juli verkündet, es habe von einem Atom-U-Boot aus einen Teststart einer "strategischen Rakete" mit Übungssprengkopf ausgeführt. Diese sei im Pazifik niedergegangen (mehr hier). Die Volksrepublik hatte nur wenige Staaten ganz kurz vor dem Start informiert. Die erste Auslandsreise des Jahres ging für Chinas Staatschef Xi Jinping nach Pjöngjang. Bei seinem Verbündeten Kim Jong Un musste er Boden gutmachen, den er an Russland verloren hat .