Internationale Arbeitsorganisation: ILO warnt vor Krise auf dem Arbeitsmarkt für junge Menschen

Datum12.08.2026 01:49

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Internationale Arbeitsorganisation (ILO) warnt vor einer Krise auf dem globalen Arbeitsmarkt für junge Menschen. Die Jugendarbeitslosigkeit ist gestiegen und betraf 2023 weltweit 67 Millionen junge Menschen. Gründe hierfür sind nachlassendes Wirtschaftswachstum, geopolitische Spannungen und der Einfluss von KI, die Arbeitsplätze mit mittleren Qualifikationsanforderungen bedroht. Dies kehrt positive Entwicklungen nach der COVID-19-Pandemie um.

InhaltDer UN-Arbeitsorganisation zufolge ist die weltweite Jugendarbeitslosigkeit gestiegen. Gründe seien geopolitische Spannungen, nachlassendes Wirtschaftswachstum und KI. Auf dem Arbeitsmarkt für junge Menschen droht laut den Vereinten Nationen eine neue Krise. Laut einem von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) veröffentlichten Bericht waren im vergangenen Jahr rund 67 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren ohne Job. Das entspreche einer Arbeitslosenrate von 12,4 Prozent. Damit habe sich die Rate seit 2023 erhöht. Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit markiere eine Umkehr der nach der COVID-19-Pandemie beobachteten Verbesserungen, heißt es in dem Bericht. Zudem spiegele er eine Verschlechterung sowohl der Quantität als auch der Qualität der für junge Arbeitnehmer- und arbeitnehmerinnen verfügbaren Arbeitsplätze wider. Zugleich kletterte laut der Organisation der Anteil der Jugendlichen, die keine Beschäftigung oder Ausbildung haben sowie nicht zur Schule gehen, leicht auf 20 Prozent an. Mehr als 257 Millionen junge Menschen seien davon betroffen. "Die Lage verschlechtert sich fast überall", heißt es in dem Bericht. Die Jugendarbeitslosigkeit ist demnach zwischen 2023 und 2025 in acht der elf Regionen der Welt gestiegen. Einige der stärksten Anstiege seien in Ländern mit höherem Einkommensniveau zu verzeichnen gewesen. Gründe für den Jobmangel seien nachlassendes Wirtschaftswachstum, geopolitische Spannungen und der rasante technologische Wandel. Die ILO hob den Rückgang von Arbeitsplätzen mit mittleren Qualifikationsanforderungen hervor, darunter Tätigkeiten im Büro-, Verwaltungs-, Vertriebs- und Fertigungsbereich, die traditionell jungen Menschen nach dem Abschluss der Sekundarschule oder der Universität den Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichten. Dieser Trend könnte sich noch verstärken, da künstliche Intelligenz (KI) die Arbeitswelt verändert. Zwar seien die langfristigen Auswirkungen der KI nach wie vor ungewiss, doch sollten die Risiken laut dem Bericht nicht unterschätzt werden. ILO-Generaldirektor Gilbert F. Houngbo warnte vor den Folgen der Jugendarbeitslosigkeit. Es wachse eine Generation ohne Vertrauen heran. Die Länder verlören Talent und Produktivität, und sie litten unter einem Mangel an gesellschaftlichem Zusammenhalt. Die IlO ist eine Sonderorganisation der UN mit Sitz in Genf.