Datum11.08.2026 20:43
Quellewww.spiegel.de
TLDRMenschenrechtler verklagen die US-Regierung wegen Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH). Die Trump-Regierung verhängte Einreiseverbote und Vermögenssperren gegen Richter und Ankläger, insbesondere wegen Ermittlungen gegen Israel. Vier Menschenrechtsgruppen argumentieren, die Sanktionen seien rechtswidrig, verletzten die Meinungsfreiheit und erschwerten die Strafverfolgung schwerster Verbrechen. Sie bezeichnen die Maßnahmen als Machtmissbrauch, der die Rechtsstaatlichkeit und internationale Prinzipien untergrabe.
InhaltDie Regierung von US-Präsident Donald Trump will den Internationalen Strafgerichtshof eigenen Worten nach "zerlegen". Dafür verhängte sie Sanktionen gegen Richter und Ankläger. Mehrere Organisationen klagen dagegen. Die US-Regierung ist wegen ihrer Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) verklagt worden. In einer vor einem Gericht in New York eingereichten Klageschrift heißt es, die unter verhängten Strafmaßnahmen hinderten Opfer von Kriegsverbrechen daran, Gerechtigkeit zu erlangen. Die Regierung von Donald Trump hatte gegen mehrere Richter und Ankläger des IStGH Einreiseverbote erlassen und ihre Vermögenswerte in den USA eingefroren, hauptsächlich wegen ihres Vorgehens gegen Mitglieder der israelischen Regierung . Die USA hatten die Sanktionen im Februar 2025 kurz nach Beginn von Trumps zweiter Amtszeit erlassen. Vier Menschenrechtsgruppen, darunter Human Rights Watch, fordern in ihrer Klage eine Rücknahme der Sanktionen, weil diese gegen Gesetze verstießen, darunter den in der US-Verfassung festgehaltenen Schutz der Meinungsfreiheit. In der 101-seitigen Klageschrift ist von einem Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit, die Unabhängigkeit von Richtern, Anklägern und Anwälten und auf grundlegende Prinzipien internationaler Rechtsordnung die Rede. Bei den Sanktionen handele es sich um Machtmissbrauch, der die Strafverfolgung von Völkermord, Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen erschwere. Die US-Regierung kommentierte die Klage zunächst nicht. Der 1998 gegründete Internationale Strafgerichtshof mit Sitz in Den Haag ahndet seit 2002 Verbrechen wie Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Mehr als 120 Länder haben die vertragliche Grundlage des Gerichts, das Römische Statut, unterzeichnet. Die USA und Israel gehören nicht zu den Mitgliedstaaten. Sie lehnen die Arbeit des IStGH seit Langem ab. Außenminister Marco Rubio kündigte sogar an, die Institution "zerlegen" zu wollen. Man wolle kein Tribunal, das über dem US-Gesetz steht, schrieb Rubio im Juli in einem Gastbeitrag für das "Wall Street Journal". Im Klartext: Die US-Regierung will niemandem eine Rechenschaft schuldig sein. Zuletzt trat der Chefankläger des IStGH, Karim Khan, wegen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens zurück. Die Vorwürfe sind schon lange bekannt, Khan nahm jedoch erst unter größer werdenden Druck seinen Hut. Ein Gespräch darüber, ob die Institution eine Zukunft hat, lesen Sie hier .