300 Französische Zeitungen gehen wegen KI-Tool gegen Google vor

Datum11.08.2026 18:39

Quellewww.spiegel.de

TLDR300 französische Zeitungen klagen gegen Googles KI-Tool "AI Overviews", da sie befürchten, dass Leser ihre Websites nicht mehr besuchen. Sie fordern finanzielle Beteiligung für die Nutzung ihrer Inhalte, um die Vereinbarung von 2022 einzuhalten. Google fasst bei Suchen Informationen zusammen, was zu geringeren Klickzahlen auf Nachrichtenportale führt. Dieses Problem wird durch die Einführung des Tools in Deutschland noch verschärft.

InhaltIm Juli führte Google in Frankreich eine neue Funktion mit KI-kuratierten Inhalten ein: Nun haben sich die Verlage zusammengeschlossen, um gegen die sogenannten "AI Overviews" zu klagen. Ein Zusammenschluss von knapp 300 französischen Zeitungen hat eine Beschwerde bei der Wettbewerbsbehörde des Landes gegen Google und dessen neues KI-Angebot eingereicht. Die Medien befürchten, dass weniger Menschen ihre Websites besuchen und fordern von dem US-Konzern mehr finanzielle Beteiligung. "Die Verlage wollen Innovationen nicht behindern", erklärte der Verband. "Sie fordern lediglich, dass dieser Mehrwert geteilt wird und dass sie für die Nutzung ihrer Inhalte eine Vergütung erhalten." Google hat Ende Juli in Frankreich seine neue KI-Übersicht ("AI Overview") eingeführt. Sie wird bei einer Google-Suche oberhalb der üblichen Suchergebnis-Links angezeigt und fasst die Informationen aus einer Vielzahl von Quellen zusammen. Die Quellen – häufig Nachrichtenseiten – werden zwar angezeigt, die Zeitungen befürchten jedoch, dass kaum jemand darauf klickt und die verlinkten Artikel liest. Dem Zeitungsverband Apig zufolge verstößt Google damit gegen eine Vereinbarung aus dem Jahr 2022. Damals hatte sich die französische Presse nach langen Verhandlungen mit dem US-Konzern auf eine Vergütung für die Nutzung ihrer Inhalte geeinigt. Im vergangenen Jahr wurde die Vereinbarung erneuert, zuvor hatte die französische Wettbewerbsbehörde Google wegen Verstößen mit einer Geldbuße von 250 Millionen Euro belegt. Viele Medienkonzerne mussten mit der Verlagerung von Werbung ins Internet in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen deutlichen Umsatzrückgang hinnehmen, denn dort greifen die großen Tech-Unternehmen einen Großteil des Umsatzes ab. Kritiker sagen, dass Tools wie Googles KI-Zusammenfassungen dies weiter verschärfen, weil immer weniger Menschen die Websites der Medien besuchen. In Deutschland hatte Google seine AI Overviews, genannt "Übersicht mit KI", bereits im März 2025 gestartet. Die Besucherzahlen auf deutschsprachigen Websites sind Untersuchungen zufolge seitdem spürbar zurückgegangen. Im Juni sorgte ein Urteil des Landgerichts München für Aufsehen, wonach Google für Falschinformationen in seiner KI-Übersicht haftet.