Schweres Erdbeben: Mindestens 169 Tote, Tausende Vermisste in Kolumbien

Datum11.08.2026 17:17

Quellewww.spiegel.de

TLDREin schweres Erdbeben erschütterte Kolumbien nahe San José del Palmar. Mindestens 169 Menschen kamen ums Leben, Hunderte wurden verletzt und Tausende werden vermisst. Zahlreiche Gebäude stürzten ein, Infrastruktur wie Flughäfen und Kommunikationsnetze sind beeinträchtigt. Die Rettungsmaßnahmen laufen unter einem landesweiten Notstand. Internationale Hilfsangebote liegen vor.

InhaltDie Rettungsmaßnahmen in Kolumbien laufen. Nach dem schweren Erdbeben werden immer noch Menschen unter Trümmern vermutet, es dürfte viele weitere Todesopfer geben. Die Bilanz ist verheerend – und sie könnte noch schlimmer werden: Nach einem schweren Erdbeben laufen die Rettungsmaßnahmen in Kolumbien weiter. Wie der kolumbianische Städteverband Asocapitales in einer vorläufigen Bilanz mitteilte, kamen mindestens 169 Menschen ums Leben, 668 wurden verletzt. Doch klar ist: Die Zahlen dürften weiter steigen. Besonders schwer getroffen sind Städte rund um das Epizentrum nahe San José del Palmar im Westen des Landes. Dort brachte das Beben zahlreiche Gebäude zum Einsturz oder beschädigte sie. Es werden viele Menschen unter Trümmern vermutet. Allein in der Millionenstadt Cali, die südlich des Epizentrums liegt, würden 188 Menschen vermisst, sagte Präsident Abelardo de la Espriella bei einer Pressekonferenz. "Darauf werden sich jetzt all unsere Kräfte konzentrieren." Laut Asocapitales wurden dort bisher 85 Tote gemeldet, die Stadtverwaltung in Cali sprach von 95 Toten. Ohnehin: Es gibt verschiedene Quellen, die von unterschiedlichen Opferzahlen berichten. Die Bürgermeister von Cali, Pereira, Choco und Manizales sprachen laut der Nachrichtenagentur AP am Dienstag von insgesamt 179 Todesopfern. 3000 Menschen sollen noch vermisst sein. Auch der Flughafen der Stadt am Rande des großen Kaffeeanbaugebietes Eje Cafetero sei nur noch eingeschränkt betriebsbereit. Cali selbst ist für die vielen Salsa-Schulen bekannt und ein beliebtes Reiseziel auch für Touristen aus Europa. Regierung und lokale Behörden mobilisierten alle Ressourcen und arbeiteten ungeachtet politischer Differenzen zusammen, sagte Präsident de la Espriella. Für den rechten Politiker, der vor seiner Wahl auf die Unterstützung von US-Präsident Donald Trump zählen konnte , ist die Naturkatastrophe die erste große Bewährungsprobe. Seine Regierung rief den landesweiten Notstand aus. Die Stromversorgung sowie Telefon- und andere Kommunikationsverbindungen sind beeinträchtigt. Sechs Flughäfen sollen wegen Schäden an ihrer Infrastruktur derzeit für den kommerziellen Flugverkehr außer Betrieb sein. In Manizales wurde die Kathedrale schwer beschädigt. Mehrere Länder haben ihre Unterstützung angeboten, auch aus Deutschland und der EU kamen Hilfsangebote. Das Auswärtige Amt erklärte, das gesamte Ausmaß der Katastrophe sei noch nicht absehbar und es müsse mit vielen weiteren Todesopfern gerechnet werden. Das Beben ereignete sich am Montagmorgen um 7.34 Uhr Ortszeit nahe San José del Palmar im Departamento Chocó im Westen des Landes. Der geologische Dienst Kolumbiens sprach von einer Tiefe von rund 103 Kilometern. Es war bis nach Ecuador, Panama und auch Venezuela zu spüren. In Venezuela hatte ein schweres Beben im Juni Tausende Menschen getötet. Mehr dazu lesen Sie hier.