Datum11.08.2026 16:07
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Ätna-Ausbruch auf Sizilien hat Tausende Touristen in der Hauptreisezeit gestrandet. Aschewolken beeinträchtigen seit fünf Tagen den Flugverkehr am Flughafen Catania, über 200 Flüge wurden gestrichen oder umgeleitet. Urlauber klagen über chaotische Zustände und unklare Informationen. Behörden entscheiden kurzfristig über Flugbetrieb.
InhaltSeit Tagen spuckt Europas größter Vulkan Asche und glühendes Gestein. Im nahen Catania können deswegen kaum noch Flugzeuge starten. Urlauber klagen, wie schwierig es sei, die Insel zu verlassen. Auf Sizilien sitzen wegen des jüngsten Ausbruchs des Vulkans Ätna mitten in der Hauptreisezeit mehrere Tausend Urlauber fest. Infolge der Aschewolken am Himmel können auf dem Flughafen Catania kaum noch Flugzeuge starten und landen. Mehr als 200 Flüge mussten umgeleitet oder ganz gestrichen werden. Europas aktivster Vulkan stößt bereits seit Freitag große Mengen Asche und glühende Gesteinsbrocken aus. Aus zwei Schloten in 2360 Metern und 2750 Meter Höhe dringen nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) dicke Lavaströme nach draußen. In der Nacht öffnete sich auf einer Höhe von etwa 1900 Meter Höhe ein neuer Schlot. Der mehr als 3300 Meter hohe Ätna wird wegen seiner häufigen Ausbrüche sehr aufmerksam überwacht. Der Flugbetrieb ist inzwischen schon den fünften Tag in Folge beeinträchtigt. Die Behörden entscheiden je nach Windrichtung und Aschekonzentration über Sperrungen, oft auch sehr kurzfristig. Aktuell gilt für den Flughafen Catania die höchste Warnstufe Rot. Das bedeutet, dass eine Eruption mit erheblichem Ausstoß von Asche unmittelbar bevorsteht oder bereits in Gang ist. Passagier am Flugahfen Catania Jetzt im Hochsommer, wenn auch viele Urlauber aus dem Ausland auf der Insel sind, sorgt das für große Probleme. Bei der Abreise versuchen nun viele, auf den Flughafen der Inselhauptstadt Palermo oder auf den Zug auszuweichen. Nach Schätzungen sind aktuell etwa 30.000 Menschen betroffen. Viele Sizilien-Touristen mussten ihren Aufenthalt verlängern. Viele gestrandete Passagiere beschwerten sich, dass das Personal dort überfordert sei. Immer wieder gebe es widersprüchliche Ansagen. Einer sagte der Zeitung "La Repubblica": "Man hat uns unserem Schicksal überlassen. Wäre ich in ein Schlauchboot gestiegen, wäre ich mit Sicherheit früher angekommen." Unklar ist nach wie vor, wann der Flugbetrieb in Catania wieder halbwegs normal laufen wird. Auf dem Rollfeld stehen inzwischen zahlreiche Flugzeuge, die mit Abdeckungen vor dem Ascheregen geschützt werden. Insbesondere die Triebwerke werden penibel geschützt. Die Start- und Landebahnen müssen immer wieder von Vulkanasche gereinigt werden. Pro Jahr werden hier mehr als zwölf Millionen Passagiere abgefertigt.