Datum11.08.2026 13:22
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Sachsen beschäftigen über 2.100 Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern keine Menschen mit Behinderung, obwohl gesetzlich vorgeschrieben. Dies betrifft jeden vierten Betrieb. Obwohl viele Menschen mit Behinderung gut ausgebildet und motiviert sind, bremsen Vorurteile bei Arbeitgebern die Einstellung. Unternehmen, die ihre Pflicht von mindestens fünf Prozent Schwerbehinderten-Beschäftigung nicht erfüllen, zahlen eine Abgabe. Unterstützungsangebote existieren, werden aber offenbar nicht ausreichend genutzt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Menschen mit Behinderung“. Lesen Sie jetzt „Vorurteile bremsen Einstellung von Menschen mit Behinderung“. Mehr als 2.100 Unternehmen in Sachsen beschäftigen keine Menschen mit Behinderung, obwohl sie dazu verpflichtet wären. Bei Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten sei das etwa jeder Vierte, informierte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Weitere rund 36 Prozent würden die Vorgabe nur zum Teil erfüllen. Dabei seien diese Menschen oft gut qualifiziert, sagte der Chef der Regionaldirektion, Klaus-Peter Hansen. "Menschen mit Behinderung sind in Sachsen ein wichtiges Fachkräftepotenzial - gut ausgebildet, motiviert und in vielen Branchen längst unverzichtbar." Betriebe mit 20 und mehr Mitarbeitern sind den Angaben nach verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten oder ihnen Gleichgestellten zu besetzen. Das seien in Sachsen etwa 8.860 Betriebe, hieß es. Dafür gibt es Unterstützungsangebote - vom Eingliederungszuschuss über Zuschüsse für erforderliche Technik am Arbeitsplatz bis hin zur Möglichkeit der Probebeschäftigung. Doch laut Hansen sind nach wie vor häufig Vorurteile eine große Hürde, warum Unternehmen keine Menschen mit Behinderungen einstellen. Firmen, die dieser Pflicht nicht nachkommen, müssen eine Abgabe von bis zu 720 Euro pro Monat und Platz bezahlen. Die Zahlen der Regionaldirektion beziehen sich auf das Jahr 2024. Die statistische Erfassung und Auswertung erfolge immer erst mit einigem zeitlichem Abstand, sodass die genauen Daten erst mit einiger Verzögerung zur Verfügung stünden, hieß es. Daher sind dieses Jahr die Zahlen für 2024 neu. © dpa-infocom, dpa:260811-930-513900/1