Datum11.08.2026 12:32
Quellewww.spiegel.de
TLDRAustraliens Premierminister Anthony Albanese geriet wegen eines als sexistisch kritisierten Witzes über Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi in die Kritik. Albanese spielte auf ihre "Melonen" an, nachdem sie ihm eine teure japanische Melone geschenkt hatte. Der Vorwurf des Sexismus kommt aus der Opposition und von japanischer Seite, einschließlich eines ehemaligen Botschafters. Albanese, der sich missverstanden sieht, lehnt eine Entschuldigung ab und betont die Freundschaft mit Takaichi. Zuvor war er in demselben Podcast wegen eines vulgären Kommentars über Kylie Minogue kritisiert worden.
InhaltIn einem Podcast hat Australiens Regierungschef über die "Melonen" der japanischen Ministerpräsidentin gescherzt. Nicht nur die Opposition sieht darin Sexismus, auch aus Japan kommen Vorwürfe. Albanese sieht sich missverstanden. Es ist schon die zweite Aussage in ein und demselben Podcast, die Australiens Premierminister Anthony Albanese nun Wochen später auf die Füße fällt. Albanese ist wegen eines sexistischen Witzes über die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi in die Kritik geraten. Die Opposition forderte Albanese zu einer Entschuldigung für die als beleidigend kritisierte Bemerkung auf. Der Regierungschef wies die Forderung zurück. Nicht er habe den Witz gemacht, sondern die Podcastmoderatorin, behauptete er. Die Äußerung fiel bei einem bereits im vergangenen Monat aufgezeichneten Gespräch für den Podcast "Bush Deep". Albanese erzählte darin von einer "ungewöhnlichen" japanischen Luxusmelone, die ihm Takaichi bei ihrem Australien-Besuch im Mai geschenkt hatte. Als die Moderatorin fragte, ob Takaichi die Frucht durch den australischen Zoll geschmuggelt habe, hielt Albanese seine Hände vor den Oberkörper und sagte: "Sie hatte ein paar Melonen." Die Moderatorin fragte daraufhin, ob Takaichi bei ihrer Ankunft ausgesehen habe "wie Pamela Anderson". Albanese antwortete: "Sie brachte zwei (Melonen) mit und sie waren wunderschön." Bei der Ausstrahlung der Folge flog der Wortwechsel noch unter dem Radar. Dass er nun wieder in den Fokus gerückt ist, liegt an Kritik aus Japan. Tokios ehemaliger Botschafter in Canberra, Shingo Yamagami, bezeichnete Albaneses Äußerungen in einem Meinungsbeitrag in "The Australian" am Montag als "sexistischen Witz" und erklärte, Albanese hätte "die enge Verbundenheit" zwischen Japan und Australien "verraten". "Das Letzte, womit [Takaichi] gerechnet hätte, war, von einem ›vertrauten Staatschef und Japans‹ strategischem Sonderpartner so beiläufig verspottet zu werden", schrieb Yamagami. Crown-Melonen seien in Japan die "wertvollste Frucht" und würden "als etwas Besonderes geschätzt", fügte Yamagami hinzu. Er wies auch darauf hin, dass eine einzige Melone mehr als 30.000 Yen (163 Euro) koste. "Also, Herr Ministerpräsident, genießen Sie bitte Japans süße und saftige Melonen, ohne an die Anatomie einer Frau zu denken, und konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, was unsere beiden Länder gemeinsam tun müssen", schrieb Yamagami. Auf die Frage im Parlament, ob er sich für sein "respektloses Verhalten" entschuldigen werde, sagte Albanese: "Ich weise die Behauptung in der Frage zurück." Takaichi sei "eine Freundin Australiens und eine Freundin von mir". Auch Außenministerin Penny Wong wies den Vorwurf zurück, Albanese habe Takaichi beleidigen wollen. Der Regierungschef habe deutlich gemacht, dass seine Worte nicht so gemeint gewesen seien, wie die Opposition sie nun auslege. Albanese war bereits wegen einer anderen Bemerkung in demselben Podcast in die Kritik geraten. Er hatte darin gesagt, er würde gern mit der australischen Sängerin Kylie Minogue "ins Bett steigen". Dafür entschuldigte er sich später.