Datum11.08.2026 11:12
Quellewww.spiegel.de
TLDREin später Monsun kühlte das Great Barrier Reef ab und half bei der Erholung von Korallenbleichen. Studien zeigen einen Anstieg lebender Hartkorallen im Norden und Zentrum, während der Süden leicht zurückging. Trotz ermutigender Anzeichen bleibt das Riff durch Meereserwärmung, schlechte Wasserqualität und Seesterne bedroht.
InhaltDas weltberühmte Korallenriff vor Australiens Ostküste erholt sich, nach Jahren mit schweren Bleichen. Ein später Monsun kühlt das Wasser spürbar ab, die Nesseltiere erholen sich. Dennoch bleibt das Naturwunder unter Druck. Ein spät einsetzender Sommermonsun hat Teile des weltberühmten Korallenriffs vor der australischen Ostküste vor weiterer Hitze geschützt. Als im Norden und Zentrum bereits erste Anzeichen einer neuen Korallenbleiche auftraten, brachten Wolken und Regen in den ersten Monaten des Jahres dringend nötige Abkühlung. Das zeigt eine aktuelle Studie. Wind, Wellen und Durchmischung der Wasserschichten sorgten zudem dafür, dass heißes Oberflächenwasser mit kühlerem Wasser aus tieferen Schichten vermischt wurde. Das geht aus dem jüngsten Jahresbericht des staatlichen Meeresforschungsinstituts (AIMS) hervor, das seit 40 Jahren das Riff untersucht. Die Wissenschaftler sprechen von "ermutigenden Anzeichen einer Erholung". In den nördlichen und zentralen Regionen gibt es demnach wieder mehr lebende Hartkorallen als zuvor: Im Norden stieg ihr Anteil zwischen August 2025 und Juni 2026 von 30 auf 35,1 Prozent, im Zentrum von 28,6 auf 31,6 Prozent. Im Süden sank er dagegen leicht von 26,9 auf 26,4 Prozent. Für den Bericht hatten die Wissenschaftler insgesamt 121 Korallenriffe untersucht. Bei 28 Prozent dieser Riffe nahm die Bedeckung mit lebenden Korallen zu, bei 56 Prozent blieb sie unverändert und bei 16 Prozent ging sie zurück. Korallen sind winzige Nesseltiere, die in großen Kolonien leben und gewaltige Riffstrukturen aus Kalk aufbauen. Nach Angaben des AIMS gab es im Jahr 2025 die sechste Massenbleiche des Great Barrier Reef seit 2016. Diese war allerdings deutlich kleiner und weniger schwerwiegend als die von 2024. Zudem trat Anfang 2026 im Norden und Zentrum eine regionale Bleiche auf. Die Auswirkungen einer solchen Bleiche hängen unter anderem davon ab, wie stark und wie lange die Korallen mariner Hitze ausgesetzt sind. Gebleichte Korallen sind extrem gestresst, aber oft nicht tot. Wenn die Ursache ihres Stresses beseitigt wird und es kühler wird, können sie sich erholen. Das Riff bleibt aber unter Druck: Besonders hitzeempfindliche Acropora-Korallen erholen sich zwar schnell, doch eine schwere Bleiche könne diesen Fortschritt schon nach einem Jahr wieder zunichtemachen, warnte der Leiter des Langzeit-Monitoringprogramms, Mike Emslie. Seit 1981 gehört das weltgrößte Riff zum Unesco-Weltnaturerbe. Das Naturwunder ist unter anderem wegen der Meereserwärmung zunehmend in Gefahr. Es kommen aber noch andere Faktoren hinzu: Dazu zählen schlechte Wasserqualität, korallenfressende Dornenkronen-Seesterne sowie Wirbelstürme und Unwetter.