Fakten zu Vermisstenfällen: 375 Menschen in Schleswig-Holstein als vermisst gemeldet

Datum11.08.2026 05:00

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Schleswig-Holstein sind rund 375 Menschen vermisst gemeldet, darunter viele Minderjährige. Die Zahlen schwanken täglich. Die meisten vermissten Kinder sind Dauerausreißer oder unbegleitete Minderjährige auf der Flucht. Kindesentziehungen aufgrund von Sorgerechtsstreitigkeiten sind ebenfalls häufig. Familiäre Probleme und Liebeskummer können ebenfalls Ursachen sein. Fast 98 Prozent der vermissten Kinder werden innerhalb eines Jahres gefunden, oft wohlbehalten.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Fakten zu Vermisstenfällen“. Lesen Sie jetzt „375 Menschen in Schleswig-Holstein als vermisst gemeldet“. In Schleswig-Holstein sind etwa 375 Menschen als vermisst gemeldet. Das geht aus Zahlen des Landeskriminalamtes (LKA) in Kiel mit dem Stichtag 1. August 2026 hervor. Von den gesuchten Personen waren 107 zwischen 14 und 18 Jahre alt und 51 unter 14 Jahren. Dabei unterliegen die Zahlen zu Vermissten den Angaben zufolge Schwankungen. Sie können täglich variieren, da sich Fahndungen in der Zwischenzeit wieder erledigten oder Fahndungsinhalte aktualisiert würden. So handele es sich bei den mitgeteilten Werten eher um eine Momentaufnahme. Vor allem gebe es eine Vielzahl von Vermissten, die am Tag der Meldung innerhalb weniger Stunden wieder aufgefunden werden. Vergangene Woche war es in Preetz bei Kiel allerdings zu einem besonders tragischen Fall gekommen. Dort war eine Dreijährige vermisst gemeldet worden. "Das Kind wurde aus einem auf dem elterlichen Grundstück befindlichen Pool geborgen", berichtete die Polizei am Donnerstag. Nach Angaben des Kieler Oberstaatsanwalts Michael Bimler gibt es keinerlei Anhaltspunkte für eine Gewalttat. Die meisten vermissten Minderjährigen sind laut Landeskriminalamt entweder sogenannte Dauerausreißer, die mehrmals im Jahr verschwinden und wieder auftauchen, oder unbegleitete minderjährige Geflüchtete, die sich vermutlich zu Angehörigen oder Bekannten in andere europäische Länder abgesetzt haben. Ihr Aufenthaltsort bleibe oft ungeklärt.  Auch Kindesentziehungen machten einen großen Teil der Fälle aus. Auslöser seien Streitigkeiten der Eltern über das Sorgerecht, vor allem dann, wenn die Eltern aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammen. Den Angaben nach erfasst die Polizei angezeigte Fälle von Kindesentziehung als "Vermisstenfälle", solange sie eine Gefahr für die Kinder nicht ausschließen kann. In aller Regel bestehe in diesen Fällen jedoch keine Gefahr für die Kinder.  Auch familiäre Probleme und Liebeskummer können dazu führen, dass Kinder und Jugendliche verschwinden, hieß es. Nur bei sehr wenigen vermissten Minderjährigen bestehe der Verdacht, dass sie Opfer einer Straftat oder eines Unglücks wurden, hilflos sind oder nicht mehr leben. Nach Erfahrung des LKA klären sich 98 Prozent der Vermisstenfälle bei Kindern innerhalb eines Jahres auf. Bundesweit wurden nach Angaben des Bundeskriminalamts im vergangenen Jahr 108.900 Kinder und Jugendliche als vermisst gemeldet. "Fast 98 Prozent der Vermissten kehren wohlbehalten in ihr soziales Umfeld zurück", hieß es im Mai zum weltweiten Tag der vermissten Kinder. © dpa-infocom, dpa:260811-930-511734/1