Datum11.08.2026 05:03
Quellewww.spiegel.de
TLDRKolumbien hat nach einem schweren Erdbeben der Stärke 7,4, das mindestens 111 Tote und über 550 Verletzte forderte, den landesweiten Notstand ausgerufen. Der neu gewählte Präsident mobilisiert alle Ressourcen zur Rettung von Verschütteten. Mehr als 1500 Wohnhäuser wurden beschädigt, 60 stürzten ein. Infrastrukturschäden beeinträchtigen die Kommunikation und den Flugverkehr. Das Epizentrum lag im Westen des Landes, Nachbeben folgten.
InhaltMehr als hundert Menschen sind bei den verheerenden Erdstößen in Kolumbien gestorben, die Zahl dürfte weiter steigen. Der Neu-Präsident kündigt an, für die Rettung von Verschütteten alle Ressourcen zu mobilisieren. In Kolumbien hat sich das schwerste Erdbeben seit Jahrzehnten ereignet, und das ganze Ausmaß der Katastrophe ist bislang nicht absehbar. Die Regierung des südamerikanischen Landes rief nun den Notstand aus. "An erster Stelle steht die Rettung der Menschen, die unter den Trümmern begraben sind", sagte Präsident Abelardo de la Espriella. Die Regierung mobilisiere alle Ressourcen, sagte der erst seit wenigen Tagen amtierende Staatschef (mehr zu ihm hier ). Bei dem Beben der Stärke 7,4 kamen nach Angaben von Montag mindestens 111 Menschen ums Leben. Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen könnte. Zahlreiche Menschen werden unter Trümmern vermutet. Auch die offizielle Zahl der Verletzten dürfte weiter steigen. Der Präsident sprach zunächst von 87 Verletzten. Die Gouverneurin von Valle del Cauca, Dilian Franco, wiederum nannte in einem Interview mit Blu Radio die Zahl von mehr als 550 Verletzten allein in ihrer Region im Südwesten. In Chocó wurden laut Gouverneurin Nubia Córdoba-Curi 119 Menschen verletzt. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Westen des Landes. Es ereignete sich am Montagmorgen um 7.34 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von rund 103 Kilometern, wie der Kolumbianische Geologische Dienst mitteilte. Im Anschluss wurden zahlreiche Nachbeben registriert. Mehr als 1500 Wohnhäuser wurden offiziellen Angaben zufolge in mehreren Städten schwer beschädigt, darunter in Pereira, Cali und Manizales. Rund 60 Gebäude stürzten vollständig ein, wie De la Espriella sagte. Allein in der Stadt Pereira starben nach Angaben des Bürgermeisters Mauricio Salazar mindestens 55 Menschen. Dort seien 18 Gebäude eingestürzt und 60 weitere Häuser beschädigt worden. Laut dem Präsidenten wurden zudem 18 Krankenhäuser und 52 Schulen beschädigt. Die Stromversorgung sowie Telefon- und andere Kommunikationsverbindungen sind beeinträchtigt. Sechs Flughäfen sind dem Präsidenten zufolge wegen Schäden an ihrer Infrastruktur derzeit für den kommerziellen Flugverkehr außer Betrieb. In Manizales wurde auch die Kathedrale schwer beschädigt. Die Erschütterungen waren ebenfalls in den Städten Bogotá, Medellín, Popayán und Armenia zu spüren. Auch in den Nachbarländern Ecuador, Venezuela und Panama wurde das Beben Berichten zufolge wahrgenommen. Das Beben in Kolumbien erinnerte an die schweren Erdstöße in Venezuela vor wenigen Wochen. Dort erschütterten am 24. Juni binnen weniger Sekunden zwei Beben der Stärke 7,2 und 7,5 den Norden des Landes. Tausende Menschen kamen ums Leben (mehr dazu, warum diese Beben so verheerende Folgen hatten, erfahren Sie hier ). Einen Zusammenhang sieht der Kolumbianische Geologische Dienst indes nicht. Die beiden Beben wurden demnach durch Bewegungen unterschiedlicher Erdplatten ausgelöst: In Venezuela war die Karibische Platte beteiligt, in Kolumbien die vor der Pazifikküste liegende Nazca-Platte.