Droniq: Experte: Detektion von Drohnen technisch kein Problem

Datum11.08.2026 04:30

Quellewww.zeit.de

TLDRDeutschland ist laut Droniq-Geschäftsführer Jan-Eric Putze unzureichend vor Drohnenangriffen geschützt. Es fehle ein System zur gemeinsamen Erfassung von Drohnen und Flugzeugen. Technisch sei die Detektion, z.B. durch Frequenzscans, unproblematisch. Ein einheitliches Lagebild, das legale und illegale Flüge unterscheidet, sei entscheidend. Nur wenige Kommunen arbeiten an Lösungen. Ein Projekt im Spree-Neiße-Kreis zur Integration von Drohnenflügen wird positiv hervorgehoben.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Droniq“. Lesen Sie jetzt „Experte: Detektion von Drohnen technisch kein Problem“. Deutschland ist nach Einschätzung eines Experten unzureichend vor Drohnenangriffen geschützt. Es fehle insbesondere an einem System, das den Flugverkehr von Drohnen und anderen Flugobjekten am Himmel gemeinsam sichtbar macht, sagt der Geschäftsführer des Unternehmens Droniq in Frankfurt am Main, Jan-Eric Putze. Die aktuellen Ereignisse in Leipzig zeigten, wie wichtig Transparenz und ein belastbares Lagebild geworden seien. "Nur wer die Situation kennt, kann fundierte Entscheidungen treffen." Technisch sei es kein Problem, auch größere Räume zu überwachen, sagt der Chef des Gemeinschaftsunternehmens von Deutscher Telekom und Deutscher Flugsicherung. Erstes und günstigstes Mittel sei das Scannen von Funkfrequenzen, mit denen Drohnen ferngesteuert werden. Hiermit erfasse man bereits einen Großteil des Drohnenverkehrs. Die Frequenz-Sensoren könnten mit Mikrofonen und Kameras ergänzt werden, die KI-gestützt in die Lage versetzt würden, eigenständig Drohnen zu entdecken. Je nach Gefährdungspotenzial der zu schützenden Objekte sei in einem weiteren Schritt der Einsatz von Passivradar denkbar. Die so gewonnenen Erkenntnisse nützten aber nur wenig, wenn sie nicht in einem gemeinsamen Lagebild in den Zusammenhang des legalen, angemeldeten Luftverkehrs gestellt würden. Darin wären dann auch die legalen Drohnenflüge enthalten. "Sicherheit beginnt mit Übersicht", betont Putze. Erst dann könnten verdächtige Flugobjekte entdeckt werden, die beispielsweise nicht angemeldet seien oder sich anders verhielten als angekündigt. Bislang arbeiten nach Angaben des Droniq-Chefs nur vereinzelte Kommunen wie Mönchengladbach und Paderborn an Lösungen. Wegweisend sei aus seiner Sicht ein Projekt des Landkreises Spree-Neiße, in der Lausitz eine Flugzone für Drohnenflüge einzurichten, samt automatisierter Anmeldung und Genehmigung der einzelnen Flüge. Diese Daten würden in das übrige Fluggeschehen in dem Raum eingebunden. An Einsatzmöglichkeiten für "freundliche" Drohnen herrsche in dem ländlich geprägten Raum kein Mangel. Sie könnten Saat oder Dünger ausbringen, Rehkitze retten oder Waren und Medikamente transportieren. Bei Bränden und Katastrophen könnten sie Einsatzkräfte unterstützen und im Alltag zur Inspektion für Tagebaugebiete, Pipelines, Stromtrassen und den Gewässerschutz eingesetzt werden. © dpa-infocom, dpa:260811-930-511617/1