Versorgung im Land: So steht es um die Trinkwasserversorgung im Südwesten

Datum11.08.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDie anhaltende Trockenheit belastet die Trinkwasserversorgung in Baden-Württemberg. Während einige Regionen, wie der Schwarzwald, bereits mit Engpässen kämpfen und auf Notfallpläne wie Wassertransporte per LKW setzen, ist die Lage in Karlsruhe und Stuttgart dank Grundwasservorkommen und überregionaler Versorgung entspannter. Langfristig drohen jedoch laut Umweltministerium deutliche Defizite beim Spitzenbedarf, weshalb das Land eine neue Wasserversorgungsstrategie entwickelt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Versorgung im Land“. Lesen Sie jetzt „So steht es um die Trinkwasserversorgung im Südwesten“. Die anhaltende Trockenheit in Baden-Württemberg ist in vielen Hinsichten spürbar – unter anderem in der Trinkwasserversorgung. Aktuell ist die Versorgung mehreren Versorgern zufolge zwar gesichert, regional könnte es jedoch zu Engpässen kommen. Unter Druck ist etwa zum Teil die Versorgung im Schwarzwald. Badenova als Versorger für weite Teile Südbadens berichtete von stark zurückgehenden Quellschüttungen bei Kommunen, die überwiegend auf Quellwasser angewiesen sind. Man bereite sich auf mögliche Engpässe vor – einschließlich Wassertransporten per Lastwagen. Badenova ruft deshalb zu einem sparsamen Verbrauch auf. In Karlsruhe und Stuttgart hingegen ist die Lage entspannter. Dank großer Grundwasservorkommen im Oberrheingraben gebe es in Karlsruhe keinen Grund zur Sorge, so die Stadtwerke. Stuttgart wird laut Netze BW Wasser über die Vorlieferanten Bodensee-Wasserversorgung und Landeswasserversorgung sicher beliefert – einen Sparaufruf hält Netze BW derzeit nicht für notwendig.  Auch der Bodensee selbst gilt als stabiler Speicher: Die Entnahme entspreche der Bodensee-Wasserversorgung zufolge nur einem Prozent der Menge, die dem See zufließt. Langfristig aber sieht die Lage weniger entspannt aus. Bereits heute weisen 21 Prozent der Kommunen im Land ein großes Defizit beim Spitzenbedarf auf, hieß es vom Umweltministerium – bis 2050 könnte dieser Anteil auf 53 Prozent steigen. Das Grundwasser befinde sich aufgrund der langanhaltenden Dürre teilweise auf einem historischen Tiefstand, warnte Umweltministerin Thekla Walker (Grüne). Das Land erarbeite daher eine "Strategie Sichere Wasserversorgung BW 2050". © dpa-infocom, dpa:260811-930-511553/1