Wahl in Sachsen-Anhalt: Ramelow für Kooperation der CDU mit Linken in Sachsen-Anhalt

Datum11.08.2026 01:27

Quellewww.zeit.de

TLDRBodo Ramelow (Die Linke) fordert eine Kooperation der CDU mit seiner Partei in Sachsen-Anhalt, um das "Erpressungspotenzial der AfD" zu reduzieren. Er kritisiert die CDU für ihre Unentschlossenheit. Ziel sei eine handlungsfähige Regierung, die nicht von der AfD abhängig sei. Die Linke habe in der Vergangenheit Verantwortung gezeigt. Ramelow mahnt Parteiführung zur Zurückhaltung bei landespolitischen Themen vor Wahlen.

InhaltMan müsse miteinander sprechen, um "das Erpressungspotenzial der AfD" zu reduzieren, mahnt Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow. "Es ist die CDU, die rumeiert", sagte er. Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich angesichts eines möglichen Wahlsiegs der AfD in Sachsen-Anhalt für eine Zusammenarbeit zwischen der CDU und der Linkspartei ausgesprochen. Wer das Land schützen wolle, müsse "in der Lage sein, über Parteigrenzen hinweg miteinander zu reden", sagte Ramelow dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Es ist die CDU, die rumeiert, statt zu sagen: Wir arbeiten bei Themen zusammen, bei denen wir zusammenarbeiten können", sagte er. Zuvor hatte der Bundesvorsitzende der Linken, Luigi Pantisano, eine mögliche Wahl des CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze zum Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt in den Raum gestellt. Seine Partei habe in den vergangenen Jahren wiederholt Verantwortung gezeigt, sagte er im ZDF-Sommerinterview. Was Pantisano gesagt habe, sei "eine Binsenweisheit", sagte Ramelow. Es sei eine handlungsfähige Regierung ohne "das Erpressungspotenzial der AfD" nötig. Am 6. September finden die nächsten Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt statt. In den aktuellen Umfragen liegt die AfD mit großem Vorsprung vor der CDU. Die Linke liegt den Umfragen nach auf Platz drei. Ob die AfD womöglich eine absolute Mehrheit erringen könnte, hängt unter anderem davon ab, ob SPD und Grüne den Einzug in das Landesparlament schaffen: Beide Parteien lagen zuletzt je nach Umfrage knapp unter oder über fünf Prozent. Ramelow kritisierte allerdings eine Aussage der Co-Bundesvorsitzenden der Linken, Ines Schwerdtner. Diese hatte eine Enteignung von Wohnungskonzernen im Stern zur Bedingung für eine Regierungsbeteiligung in Berlin gemacht. Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach sagte daraufhin, die Linke müsse dann alleine in Berlin regieren. Parteivorsitzende sollten sich Ramelow zufolge vor Wahlen zurückhaltend zu landespolitischen Themen äußern. "So fand ich die Äußerung von Ines Schwerdtner zur Enteignung von Wohnungsgesellschaften als Bedingung für eine Koalition in Berlin nicht sehr hilfreich", sagte er.