Main-Kinzig-Kreis in Hessen: Menschen sollen wegen Waldbrand nicht mehr duschen

Datum11.08.2026 01:02

Quellewww.spiegel.de

TLDREin großer Waldbrand im Main-Kinzig-Kreis, der sich über 30.000 Quadratmeter erstreckt und die Grenze zu Bayern erreicht hat, erfordert strenge Wassersparmaßnahmen. Der Wasserversorger bittet die Bevölkerung von Freigericht, Bruchköbel und Langenselbold, auf Duschen, Baden und Gartenbewässerung zu verzichten, da Wasser für die Brandbekämpfung benötigt wird. Die extreme Trockenheit verschärft die Lage.

InhaltAn der Grenze zwischen Hessen und Bayern tobt ein Waldbrand auf mehr als 30.000 Quadratmetern. Für die Bevölkerung in Freigericht, Bruchköbel und Langenselbold bedeutet dies erhebliche Einschränkungen, nicht zuletzt im Badezimmer. Die Waldbrandlage in Deutschland bleibt weiter extrem angespannt, auch wegen der jüngsten Hitzewelle. Aus immer neuen Regionen werden Brände gemeldet. Diese wirken sich in manchen Fällen auch ganz konkret auf den Alltag vieler Menschen aus. Wegen eines großen Waldbrandes bei Rodenbach und des hohen Wasserbedarfs ruft der Wasserversorger im Main-Kinzig-Kreis die Bevölkerung zum Wassersparen auf. Die Wasserreserven würden für die Brandbekämpfung benötigt, heißt es in einer Warnmeldung des Landkreises am Abend . "Bitte verzichten Sie möglichst auf Duschen, Baden, das Bewässern von Gärten sowie wasserintensive Tätigkeiten." Der Verbrauch solle auf "das absolut Notwendigste" reduziert werden. Der Aufruf richtet sich an die Bewohner von Freigericht, Bruchköbel sowie Langenselbold und Umland. Es gibt mehrere Brände in einem Waldstück zwischen Ober- und Niederrodenbach. "Nach bisherigem Stand ist eine Waldfläche von mehreren Tausend Quadratmetern betroffen", sagte ein Polizeisprecher am frühen Abend. Die Kreisbrandinspektion aus dem bayerischen Aschaffenburg, die bei den Löscharbeiten unterstützte, sprach von mindestens 30.000 Quadratmetern Brandgebiet. Die Einsatzkräfte waren auch in der Nacht noch mit den Löscharbeiten beschäftigt. Durch den Wind flammt das Feuer immer wieder auf. Um die Löschwasserversorgung sicherzustellen, wurden im Wald mehrere Löschwasserbehälter als Wasserreserve eingerichtet. Tanklöschfahrzeuge befüllten die Behälter ständig neu. Besonders tief im Boden sitzende Glutnester erschwerten die Arbeiten, sie müssten aufwendig gesucht und abgelöscht werden. Hinzu kämen durch das Feuer geschädigte und umsturzgefährdete Bäume, die Einsatzkräfte zusätzlich gefährdeten. Zwischenzeitlich habe der Waldbrand den Grenzbereich zwischen Hessen und Bayern erreicht, teilte die Feuerwehr am Abend mit. Deshalb sei auch ein Großaufgebot der Feuerwehren aus dem Landkreis Aschaffenburg im Einsatz gewesen. Die Anwohner im Stadtgebiet von Alzenau (Kreis Aschaffenburg) waren zeitweise gebeten worden, Fenster und Türen wegen des Rauchs geschlossen zu halten. Die Warnung wurde dann laut Feuerwehr aber aufgehoben. Über Katwarn hatte die integrierte Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises die Bevölkerung wegen des Feuers gewarnt. Auch hier wurden die Menschen aufgefordert, das betroffene Gebiet möglichst zu meiden, Fenster und Türen zu schließen sowie Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten. Zudem sollten die Zugangswege zu der Brandstelle freigehalten werden.