Korruptionsvorwürfe: US-Richter weist Anklage gegen indischen Milliardär Adani ab

Datum11.08.2026 00:33

Quellewww.spiegel.de

TLDREin US-Richter hat die Betrugs- und Bestechungsanklage gegen den indischen Milliardär Gautam Adani abgewiesen. Das US-Justizministerium begründete die Einstellung mit Beweisschwierigkeiten und nicht mehr aktuellen Prioritäten. Adani, dem Korruption und Täuschung von Investoren vorgeworfen wurde, hatte eine Investition von 10 Milliarden Dollar in den USA angekündigt, bestritt aber Absprachen. Die Entscheidung reiht sich in eine Serie eingestellter Wirtschaftsstrafverfahren während der Trump-Regierung ein. Adani begrüßte das Urteil.

InhaltGautam Adani gilt als einer der reichsten Menschen der Welt. Ein Verfahren gegen ihn wegen Betrugs und Bestechung wollte die Trump-Regierung unter dubiosen Umständen einstellen lassen. Dem Antrag hat ein Richter nun stattgegeben. Ein US-Richter hat am Montag die Anklage wegen Betrugs und Bestechung gegen den indischen Multimilliardär ​Gautam Adani abgewiesen. Damit gab Richter Nicholas Garaufis einem Antrag des US-Justizministeriums statt. Es hatte im Mai erklärt, den Fall nicht weiter verfolgen zu wollen (mehr dazu hier). Vor seiner Entscheidung hatte der Richter geprüft, ob im Gegenzug für die Einstellung des Verfahrens Zusagen gemacht worden seien. Dabei ging es insbesondere um eine Ankündigung Adanis ​vom November 2024, zehn Milliarden Dollar in den USA zu investieren. Adani hatte in ⁠einer ⁠eidesstattlichen Erklärung Mitte Juli versichert, von keinerlei derartigen Absprachen zu wissen. Auch ein hochrangiger Vertreter des Justizministeriums hatte Medienberichte zurückgewiesen, wonach die Investitionszusage eine Rolle ‌gespielt habe. Adani war 2024 angeklagt worden: ​Ihm wurde vorgeworfen, indische Regierungsvertreter bestochen zu haben, um die Genehmigung für ein Solarkraftwerk zu erhalten. Zudem soll er US-Investoren über die Antikorruptionsrichtlinien seines Unternehmens getäuscht haben (mehr dazu, was hinter den Vorwürfen gegen Adani steckt, erfahren Sie hier ). Die Adani-Gruppe hatte die Vorwürfe stets ‌zurückgewiesen. Das Justizministerium begründete seinen Schritt im Mai damit, dass die Vorwürfe schwer zu beweisen seien, der Sachverhalt sich hauptsächlich im Ausland abspiele ‌und nicht den aktuellen Prioritäten ​der Behörde entspreche. Die Entscheidung ‌reiht sich in eine Serie von eingestellten Wirtschaftsstrafverfahren während ‌der ​zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump ein. Adanis Anwalt erklärte, das Ministerium habe deutlich gemacht, ​dass die Investitionsbereitschaft des Konzerns ⁠in den USA nicht Teil einer ​Einigung ​sein werde. Adanis Vermögen wird von "Bloomberg"  auf ​112 Milliarden Dollar geschätzt. Er steht derzeit auf Platz 18 von Bloombergs Liste der reichsten Menschen der Welt. Nach der Entscheidung des Richters vom Montag erklärte  Adani, er begrüße das Urteil "mit Demut und tiefem Respekt vor dem Justizprozess".