Lufthansa : Piloten und Lufthansa einigen sich vorerst im Tarifstreit

Datum11.08.2026 00:02

Quellewww.zeit.de

TLDRLufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben sich auf ein Schlichtungsverfahren geeinigt, um den Tarifstreit zu lösen. Damit sind vorerst keine weiteren Streiks zu erwarten. Die Verhandlungen, die auch die Altersversorgung und Gehälter betreffen, werden durch Mediation begleitet. Der Konflikt dreht sich auch um die Strategie des Vorstands, Crews in Betriebe mit niedrigeren Tarifbedingungen zu verlagern. Lufthansa beziffert die Kosten der bisherigen Streiks auf 150 Millionen Euro.

InhaltDurch die Einigung zwischen der Vereinigung Cockpit und der Lufthansa soll es zunächst keine weiteren Streiks geben. Stattdessen ist ein Schlichtungsverfahren geplant. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und die Lufthansa haben sich vorerst geeinigt. Das teilte VC in einem Rundschreiben an die Mitglieder mit. Man habe sich mit dem Unternehmen auf ein umfassendes Schlichtungsverfahren geeinigt. Es geht dabei um offene Tariffragen in den Flugbetrieben Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa Cityline und Eurowings. Die Verhandlungen sollen demnach zusätzlich von einer Mediation begleitet werden. Laut VC enthält die Vereinbarung definierte Ausstiegsmöglichkeiten für beide Seiten. Lufthansa bestätigte eine grundsätzliche Einigung mit der VC, wollte sich aber aufgrund der vereinbarten Vertraulichkeit nicht zu Details äußern. Die VC hat ihre Mitglieder im laufenden Jahr bereits an sieben Tagen zum Streik aufgerufen. Auch während des Festakts zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa fielen hunderte Flüge aus. Das Unternehmen hat die Kosten des Arbeitskampfs auf rund 150 Millionen Euro beziffert. Offiziell geht es um Fragen der Altersversorgung und des Gehalts. Hinter dem Konflikt steht aber auch die Strategie des Vorstands, Flugzeuge und damit auch Crews in Flugbetriebe zu verlagern, in denen niedrigere Tarifbestimmungen gelten. Im April wurde die Regionalgesellschaft Cityline mit rund 1.300 Beschäftigten von einem Tag auf den anderen stillgelegt und rund 20.000 Flüge für den Sommer gestrichen. Andere Verbindungen wurden teils auf die neue, fast namensgleiche Gesellschaft Lufthansa City Airlines verlagert. Auch die Kabinengewerkschaft Ufo hatte die Lufthansa im April bestreikt. Hier war zuletzt von Gesprächen berichtet worden.